Hertha bsc verzögert trikotvorstellung nach eskalation in dresden

Berlin steht vor einer Zäsur. Hertha BSC hat die geplante Vorstellung des Sondertrikots verschoben – ein direkter Konsequenz der chaotischen Szenen beim Auswärtsspiel in Dresden. Der Hauptstadtklub reagiert auf die Eskalation, die den Fußball gestern Abend in ein beängstigendes Licht rückte.

Gewalt überschattete das spiel – und jetzt die präsentation

Gewalt überschattete das spiel – und jetzt die präsentation

Die Entscheidung der Hertha ist nicht überraschend, wirkt aber dennoch wie ein deutliches Signal. Anstatt das neue Dress am Samstag gegen Kaiserslautern vorzustellen, hält der Verein die Präsentation auf unbestimmte Zeit zurück. Der Grund: die Ausschreitungen in Dresden, bei denen Dynamo- und Berlin-Anhänger den Platz stürmten und es zu gewalttätigen Auseinandersetzungen kam. Vermummte Ultras rannten quer über das Spielfeld, Pyrotechnik wurde gezündet und Raketen flogen durch das Rudolf-Harbig-Stadion – Bilder, die einem im Gedächtnis bleiben werden.

Hertha BSC verurteilt die Gewalt auf das Schärfste und betont, dass diese Vorfälle in keinem Verhältnis zu den Werten des Vereins stehen. „Die dortigen Vorfälle und jede Form von Gewalt verurteilen wir aufs Schärfste. Sie stehen in klarem Widerspruch zu den Werten, für die Hertha BSC als Verein steht“, so eine Stellungnahme des Vereins.

Das Sondertrikot, das eigentlich mehr sein sollte als nur ein Produkt – ein Symbol für Gemeinschaft, Zusammenhalt und Identifikation – kann in diesem Klima der Aufregung und der Aufarbeitung der Geschehnisse nicht authentisch präsentiert werden. Die Verantwortlichen möchten zunächst eine „sachliche und gründliche Aufarbeitung“ der Ereignisse gewährleisten. Ein neuer Termin für die Vorstellung steht noch aus.

Doch es gibt auch Organisatorisches: Während die Präsentation verschoben wurde, gibt es offenbar bereits vorangetriebene organisatorische Maßnahmen, die sich nicht mehr vollständig stoppen ließen. Ein Detail, das zeigt, wie komplex die Situation ist.

Sportlich gesehen befindet sich Hertha BSC im Aufstiegsrennen der 2. Liga und konnte das turbulente Spiel in Dresden durch einen späten Treffer von Marten Winkler noch gewinnen. Der Rückstand auf die Relegationsplätze beträgt zwar fünf Punkte, direkte Duelle mit der Konkurrenz stehen jedoch nicht mehr an. Die eigentliche Frage ist aber: Kann der Verein die negativen Schlagzeilen überwinden und den Fokus wieder auf das Spielfeld lenken?