Hertha bsc: fehlende durchschlagskraft kostet sieg gegen kaiserslautern
Berlin – Hertha BSC hat es verpasst, den Rückstand auf die Spitze der 2. Bundesliga zu verkleinern. Gegen den 1. FC Kaiserslautern endete das Spiel torlos, obwohl die Berliner deutlich mehr Ballbesitz und Torgelegenheiten hatten. Eine erschreckende Ineffizienz im Abschluss und unglückliche Entscheidungen im letzten Drittel führten zu einer frustrierenden Punkteteilung.

Die chancen sprachen für hertha – die umsetzung fehlte
Die Statistiken sprachen eine deutliche Sprache: 19:11 Torschüsse, 21:15 Flanken und 59 Prozent Ballbesitz – Hertha BSC dominierte das Spielgeschehen über weite Strecken. Doch diese Überlegenheit mündete nicht in Toren. Ein großer Teil des Problems lag, wie Stürmer Luca Schuler nach dem Spiel analysierte, im letzten Pass und der fehlenden Entschlossenheit im Abschluss. „Es lag oft am letzten Pass, der einfach nicht gepasst hat“, erklärte Schuler. „Im Grunde hat nicht viel gefehlt. Es war eigentlich nur eine Frage der Zeit, und dann hätten wir sie komplett geknackt, aber die Zeit ist dann vergangen.“
Paul Seguin, der in der 90. Minute knapp am Tor vorbei schoss, brachte es auf den Punkt: „Es ist eine Qualitätssache. Wir müssen die Tore machen.“ Die Szene, in der Marten Winkler anstatt den freistehenden und unbedrängten Fabian Reese anzspielen, selbst abschloss und geblockt wurde, verdeutlichte die Defizite in der Entscheidungsfindung. Ein klassischer Moment, in dem Hertha BSC sich selbst im Weg stand.
Trainer Stefan Leitl war ebenfalls enttäuscht: „Wir haben zu viel liegenlassen.“ Keeper Tjark Ernst stimmte zu: „Wir wollten, aber der Ball wollte nicht rein.“ Die Leistung des Kaiserslauter Keepers Julian Krahl trug zwar ebenfalls zu dem torlosen Ergebnis bei, doch die Hauptverantwortung liegt bei Hertha selbst. Die Mannschaft zeigte zwar eine ansprechende erste Halbzeit und eine druckvolle Schlussphase, konnte diese aber nicht in einen Erfolg ummünzen.
Kapitän Reese forderte nun „noch genauere“ Abschlüsse und „noch mehr Killerinstinkt“. Die Enttäuschung ist groß, und es steht fest: Hertha BSC muss an seiner Effizienz arbeiten, wenn es in der Rückrunde erfolgreicher sein will. Die nächsten Spiele werden zeigen, ob die Berliner aus ihren Fehlern gelernt haben und die nötige Kaltschnäuzigkeit im Abschluss entwickeln können.
