Hellwig schockt die triathlon-welt: zweiter platz nach 18 monaten zwangspause

Zwei Sekunden. Genau das trennt Tim Hellwig vom Sieg – und von einer Geschichte, die selbst hartgesottene Triathlon-Insider ins Staunen versetzt. 18 Monate war der Saarbrücker außer Gefecht, weil sein Knie sich weigerte, mitzumachen. Nun, beim zweiten Weltcup in Haikou, sprintet er auf Rang zwei, hinter dem Briten Oliver Conway. Der Mann, der in Paris noch Gold mit der Mixed-Staffel holte, meldet sich nicht mit einem Schulterzucken, sondern mit einem Statement.

Der lange weg zurück beginnt in china

„Der zweite Platz fühlt sich wie ein Sieg an“, sagt Hellwig, ohne die Stimme zu erhöhen. Man glaubt ihm sofort. Seine letzte Rennschlacht lag in einem anderen Leben, vor der Operation, vor den Monaten auf Krücken, vor den endlosen Reha-Einheiten im Bundesstützpunkt Saarbrücken. Dort, zwischen Laufband und Kraftkammer, entstand der Plan: nicht nur zurückkommen, sondern zurückkommen, wo er aufgehört hatte – vorne.

Die Zahlen sprechen eine klare Sprache: 1:42:38 Stunden benötigte er für 1,5 km Schwimmen, 40 km Radfahren und 10 km Laufen. Conway war in 1:42:36 Stunden durchs Ziel gegangen. Eine Handvoll Herzschläge also, nicht mehr. Für Hellwig ist das keine Niederlage, sondern eine Messlatte. „Wir haben erst März“, sagt er. Das klingt nach einem Versprechen.

Finja schierl läuft ins mittelfeld

Finja schierl läuft ins mittelfeld

Während Hellwig Jubelposen einstudieren kann, bleibt Finja Schierl auf Platz 17 hängen. Die einzige deutsche Frau im Feld verpasst die Top-Ten um gut vier Minuten. Siegt Dijana Isakowa aus Russland in 1:54:12 Stunden, schafft Schierl 1:58:45 Stunden. Kein Drama, aber auch kein Feuerwerk. Der Blick geht trotzdem nach vorn: Die Saison ist jung, die Hitze in Haikou ein Vorgeschmack auf olympische Sommertage.

Hellwig jedenfalls hat seinen Feuertest bestanden. Er schwamm mit der Spitze, räumte auf dem Rad auf, was das Zeug hält, und lief die letzten 1000 Meter, als hätte er die Pause nie gegeben. Wer ihn danach fragt, bekommt keine leisen Töne, sondern Kampfansage: „Ich bin froh, wo ich stehe. Aber ich will weiter nach oben.“

Die Triathlon-Welt hat ihn wieder. Und Hellwig hat seine Antwort auf alle, die seine Karriere schon abgeschrieben hatten: zwei Sekunden fehlen zum Sieg – aber keine Sekunde war umsonst.