Heidenheim schlittert mit 12 pleiten in serie richtung 2. liga

Der 1. FC Heidenheim ist nur noch Formsache vom Abstieg entfernt. Mit 0:2 zur Pause und 2:4 am Ende gegen Hoffenheim setzte es die zwölfte Niederlage in Serie – und die Luft für Frank Schmidt wird dünner.

Schmidt gesteht: „das ist echt beschissen“

„Ich bin seit 18,5 Jahren Trainer. Es ist echt eine beschissene Situation, so erfolglos zu sein“, sagte der 52-Jährige nach Abpfiff. Die Zahlen sprechen eine klare Sprache: 14 Punkte nach 25 Spielen, 18 Punkte Rückstand auf den Relegationsplatz, nur noch neun Termine, um das Schicksal zu wenden. Schmidt wirkte leer, als hätte er jede Antwort schon vorher selbst widerlegt.

Die Mannschaft liegt am Boden – und das nicht nur bildlich. Die Defensive kassierte in dieser Serie 31 Gegentore, das Mittelfeld verlor 62 % der Zweikämpfe, die Offensive traf nur dreimal aus dem Spiel. Die Statistik ist kein Zufall, sondern das Protokoll einer Saison, in der nichts mehr zusammenfindet. Schmidt versucht sich an kleinen Schritten: „Wir werden jedes Spiel für sich betrachten.“ Doch selbst diese Haltung klingt nach Zuruf in einem leerenden Stadion.

Die fans halten die fahne hoch – allein das reicht nicht

Die fans halten die fahne hoch – allein das reicht nicht

Bezeichnend: Die Heidenheimer Anhänger skandierten bis zur 90. Minute „FCH forever“. Schmidt hob es hervor wie einen letzten Rettungsanker. „In anderen Stadien wirst du wie eine Sau rausgekegelt, hier singen sie noch.“ Der Klub präsentiert sich als Familie, aber selbst die solidarischste Familie kann keinen Punkt erzwingen, wenn das Team 63 % seiner Pässe nicht mehr ankommen lässt.

Die TSG nutzte das mit kalter Effizienz. Bebou und Kramarić trafen vor der Pause, Dabbur und Beier nach Wiederanpfiff. Erst als das Spiel längst entschieden war, kamen die Heidenheimer Treffer von Beste und Schimmer – Statistikpflaster auf einem offenen Abstiegswunden.

Die Liga hat sich längst weitergedreht. Am Freitag gastiert der Tabellenletzte bei Leipzig, dann folgen Dortmund und Frankfurt. Die Rechnung ist simpel: Fünf Siege aus neun Spielen würden vielleicht reichen – aber der FCH hat seit Oktober keinen mehr geholt.

Schmidt wird weitermachen, das hat er angekündigt. „Wir sind ein anderer Verein“, sagt er und meint die Kultur. Doch Kultur rettet keine Punkte, Tore tun es. Und die fehlen seit zwölf Spieltagen in Serie. Wenn der FCH nicht bald Tore findet, findet er sich bald in Liga zwei wieder – ohne Rückfahrkarte.