Heidenheim schlägt köln und schickt den abstiegskampf in die letzte runde
Der 1. FC Heidenheim hat den Abstiegskampf der Bundesliga am vorletzten Spieltag aufgerissen. Mit dem 3:1 beim 1. FC Köln schnuppert der Vorletzte plötzlich an der Relegation – und Mainz 05 muss am Samstag zittern.

Jan schöppner trifft doppelt und schickt köln auf die couch
Schöppner traf nach acht Minuten zur Führung, Kristoffer Lund schoss ins eigene Netz, und als Marius Bülter in der 72. Minute den Deckel draufmachte, war der Millerntor-Komplex auch schon Geschichte. Köln dominierte nur zehn Minuten, danach regierte wieder die Heidenheimer Laufbereitschaft. „Wir haben Bock drauf“, sagte Trainer Frank Schmidt und klang dabei wie ein Boxer, der gerade die zweite Windung spürt.
Die Tabelle lügt nicht: Heidenheim liegt punktgleich mit St. Pauli und Wolfsburg, nur das Torverhältnis hält die Ostwestfalen auf Rang 17. Reichen am Samstag ein Sieg gegen Mainz plus ein Unentschieden im Kellerduell Wolfsburg gegen St. Pauli? „Auch mit dem Sieg heute kann man nicht davon ausgehen, dass wir automatisch nächstes Jahr Bundesliga spielen“, sagt Schmidt und wischt die Rechnung beiseite. Er weiß: Gewinnt Wolfsburg am Millerntor, braucht sein Team einen Kantersieg.
Vereinschef Holger Sanwald redet sich in Ekstase. „Vor Ostern hat keiner mehr einen Cent auf uns gewettet. Intern haben wir immer an uns geglaßt. Es ist, als würde eine neue Mannschaft auf dem Platz stehen.“ Die Worte klingen wie ein Spiegelbild der Rückrunde: sieben Punkte aus den letzten drei Spielen, davor nur vier aus den ersten fünf nach der Winterpause.
Der FSV Mainz 05 reist mit dem Rücken zur Wand nach Heidenheim. Die Rheinhessen wollen sich mit einem Punkt Luft verschaffen, doch der Gegner hat den Geruch von Rettung in der Nase. „Das Momentum ist auf unserer Seite“, sagt Schöppner, der mit seinen beiden Toren direkt vier Punkte gegen den Abstieg wert ist. Kein Spieler der Liga hatte in den letzten Wochen mehr Einfluss auf das eigende Konto.
Am Samstag um 15.30 Uhr wird im Voith-Arena nicht nur über Heidenheims Zukunft entschieden. Die Bundesliga bekommt ihr letztes Pulver, und der kleine Club aus dem Ostalbkreis zündet es. Wer dann noch behauptet, der Sport sei vorhersehbar, hat die letzten Wochen nicht verstanden.
