Heidenheim am abgrund: nasenbruch und last-minute-treffer verspielen sensation
Ein Nachmittag des Grauens für den 1. FC Heidenheim: In der Allianz Arena schien der ersehnte Sieg gegen den FC Bayern München plötzlich in greifbare Nähe zu rücken, wurde dann aber durch einen Last-Minute-Treffer und eine schwere Verletzung zunichte gemacht. Der Klassenerhalt rückt für den Tabellenletzten der Bundesliga dadurch in weite Ferne.
Ein spiel voller kampf und leid
Über große Teile der Partie zeigte Heidenheim eine beeindruckende Leistung. Frank Schmidts Team kämpfte verbissen, präsentierte sich taktisch klug und hielt den Rekordmeister lange Zeit in Schach. Ein 3:2 deutete auf eine Sensation hin, doch das Fußballgöttergespenst der Unglücklichkeit schlug zu.
Zunächst erlitt der Abwehrchef Jonas Föhrenbach einen blutigen Nasenbeinbruch, nachdem er bei einem Zusammenprall mit seinem eigenen Torhüter Diant Ramaj zu Boden ging. „Der Föhre hat seine komplette Nase verloren“, kommentierte der Mitspieler Patrick Mainka bedrückt. Ein Bild, das die bittere Ironie des Abends unterstrich. Der 30-Jährige kehrte trotz der Verletzung aufs Feld, ein Zeichen seines unbändigen Willens, doch die Wende sollte nicht gelingen.

Bayern schlägt zu – ein pfostenschuss entscheidet
In der zehnten Minute der Nachspielzeit kam Bayerns Michael Olise zum Zug. Sein Schuss prallte an den Pfosten, am Rücken von Ramaj entlang und landete schließlich im Tor. Ein Tor, das fast schon symbolisch für die Saison des FCH steht: viel Einsatz, aber wenig Glück. „Pfosten, Rücken rein. Der Ball wäre ja nicht mal rein, das kommt ja noch dazu“, so Schmidt nach dem Spiel.
Die Enttäuschung in der Heidenheimer Mannschaft war riesig. Patrick Mainka sprach von „Wahnsinn und unfassbarem Leid“, Dietmar Hamann konnte sein Mitgefühl kaum verbergen: „Das tut mir nicht nur für Schmidt und Sanwald, auch für die Fans, für die ganze Region wirklich leid, weil sie so gut wie abgestiegen sind mit dem heutigen Tag.“
Sollte St. Pauli am Sonntag gegen Mainz gewinnen, wäre der FCH endgültig zurück in Liga zwei. Ein Szenario, das die Verantwortlichen und Fans des FCH zwingt, sich mit den bitteren Tatsachen auseinanderzusetzen. Doch Schmidt klammert sich noch an eine Restchance: „Wenn wir so die letzten zwei Spiele angehen, wie die letzten Wochen und gerade heute, dann traue ich uns auch zwei Siege zu.“ Die Frage ist: Reicht der Kampfgeist allein, um den Abstieg noch abzuwenden?
