Hechtangeln in brandenburg: die besten tipps zum saisonstart!
Die Hechtsaison in Brandenburg ist eröffnet – und das bei eisigen Bedingungen. Friedrich Rößler war am ersten Tag dabei und hat herausgefunden, wie man trotz Kälte und Nebel zum Erfolg kommt. Denn eins ist klar: Wer jetzt nicht aufpasst, hat bald das Nachsehen.
Kühle temperaturen, aber heiße bisse: was angler jetzt wissen müssen
„Vom Eise befreit sind Strom und Bäche“ – Goethes Worte passen auch dieses Jahr aufs Haar. Doch der frühe Frühling in Brandenburg bringt Anglern eine besondere Herausforderung: Die Hechte haben sich schon frühzeitig auf die Laichzeit vorbereitet. André Neidt, erfahrener Angelguide aus Rathenow, erklärt: „Man denkt immer, man ist schon längst in der warmen Jahreszeit, aber eigentlich sind wir noch fast im Winter.“ Das bedeutet: Die Fische sind bereits aktiv, aber ihr Verhalten unterscheidet sich von dem, was man im Hochsommer kennt.
Die Schonzeiten sind ein wichtiger Faktor. Vom 1. Februar bis zum 31. März müssen Hechte in Brandenburg in Ruhe gelassen werden, um die Fortpflanzung nicht zu beeinträchtigen. In Berlin gilt sogar bis zum 31. Mai ein Schonzeitverbot für Raubfische.

Wo die hechte laichen und wie man sie anlockt
André Neidt rät, sich auf flaches Wasser und langsame Köderführung zu konzentrieren. „Wichtig zum Saisonstart sind flaches Wasser, langsame Köderführung und gutes Wetter“, so der Profi. Die Hechte suchen zur Fortpflanzung flache Gewässer auf, in denen sie ihre Eier abgeben können. Nach der Laichzeit verbleiben oft auch größere Weibchen im flachen Wasser, da auch ihre Beute sich dort aufhält.
„Wenn die Hechte mit dem Laichen durch sind, dann haben die richtig Knast und werden manchmal sogar zu Kannibalen“, warnt Neidt. Er habe schon erlebt, wie ein 90 Zentimeter großes Hechtweibchen ein 60 Zentimeter großes Männchen verschlang – ein Mahnmal für Angler, wachsam zu sein. Die Wahl der richtigen Köder ist entscheidend: „Wenn man denkt, man führt den Köder schon langsam, dann sollte man noch langsamer werden“, empfiehlt der Experte. Pausen sind ebenfalls wichtig, denn oft erfolgt der Biss in diesen Momenten.
Ein besonderes Phänomen: Die Hechte können durch ihre aggressive Natur manchmal auch Kunstköder als Rivalen ansehen und angreifen. Neidt erklärt: „Die Fische können entweder durch ihr aggressives Verhalten einen Konkurrenten wegbeißen oder ein großes Weibchen sieht in dem Kunstköder ein leicht zu erwischendes Männchen.“

Ein erfolgreicher saisonstart trotz schwieriger bedingungen
Trotz der frostigen Temperaturen und des dichten Nebels konnte André Neidt am ersten Angeltag der Saison zwei Hechte fangen. Ein echter Glücksgriff, denn der Fang des Tages offenbarte ein überraschendes Schauspiel: Ein 90 Zentimeter großes Hechtweibchen hatte ein 60 Zentimeter großes Männchen im Maul. „Das ist Frühjahrsangeln. Wenige Attacken, aber wenn, dann sind es große Fische“, fasst Neidt zufrieden zusammen.
Die Havellandschaft bot auch abseits der Fische ein beeindruckendes Schauspiel. Seeadler, Reiher und andere Wildtiere sorgten für eine einzigartige Atmosphäre. Mit der warmen Mittagssonne und dem Durchbrechen der Nebelwand schien sich auch das Angeln zu beleben. Der erste Tag der Hechtsaison in Brandenburg mag kühl gewesen sein, doch er bot den Beweis, dass mit Geduld und den richtigen Tipps auch unter schwierigen Bedingungen zum Erfolg geführt werden kann.
