Hc rödertal versiebt den aufstieg: 20.000 euro fehlen, die bundesliga-tür knallt zu
Der HC Rödertal hat sich selbst aus der Bundesliga verbannt – nicht auf der Platte, sondern auf dem Amt. Weil beim Lizenzantrag 20.000 Euro fehlten, flog der Tabellendritte der 2. Alsco HBF Frauen aus dem Rennen. Die Spielerinnen erfuhren es, als der HBF-Brief eintraf – eine knallharte Ampel statt Aufstiegsfeier.

Bürgschaft vergessen: schreibtischtaktik kostet den traum
Die Regel ist simpel: Wer in die 1. Liga will, muss eine Bürgschaft über 50.000 Euro hinterlegen. Rödertal überwies nur 30.000, die Summe für die zweite Klasse. Die fehlenden 20.000 Euro wirken wie ein Tippfehler, doch der Verband macht keine Rabatte. Andreas Baier, Sport-Geschäftsführer des Klubs, versucht zu erklären: „Wir haben den Vorgang lückenlos aufgearbeitet.“ Die Lücke steht trotzdem – und sie ist 20.000 Euro groß.
Die Konkurrenten lachten nicht, sie lachten ins Fäustchen. Leipzig, Nürtingen und Berlin lieferten ihre Unterlagen komplett ab und dürfen weiter vom Aufstieg träumen. Für Rödertal bleibt nur der Platz an der Bar, von dem aus man zusieht, wie andere das Ticket nach oben lösen.
Der Fall wirft ein Schlaglicht auf die prekäre Finanzlage vieler Zweitliga-Clubs. Ohne Industrie-Schirm droht selbst sportlicher Erfolg ins Leere zu laufen. Die HBF will Sauberkeit, keine Kreditkarten-Tricks. Wer die Bürgschaft vergisst, verliert – egal wie viele Tore man vorher schoss.
Die Saison endet für Rödertal mit 32:8 Punkten und einer Lektion in bürokratischer Härte. Die Spielerinnen dürfen sich auf Sommertraining freuen, das nächste Jahr beginnt wieder in Liga zwei. Der Traum von der Bundesliga? Verschoben – vielleicht auf unbestimmte Zeit.
