Hc davos droht playoff-kollaps: holden zerrt am letzten faden

Die Luft wird dünn in Davos. Trainer Josh Holden blickt auf das halb leere Center-Rad und weiß: Ein weiterer Riss, und die Finalmission platzt. Seit Wochen nagt ein Verletzungsrädchen am Kader, das sich vor allem auf die wichtigste Position konzentriert: Mitte. Drei Akteure sind schon erledigt, ein vierter sitzt in der Warteschleife – und die ZSC Lions wittern Blut.

Corvi, nussbaumer, gredig – die verletztenliste liest sich wie ein who-is-who der davoser mitte

Enzo Corvi fehlt seit Mitte Januar mit Kopf-Nacken-Trauma, Valentin Nussbaumer erlitt im Viertelfinal den Innenband-Knie-Schock, Rico Gredig laboriert seit Anfang März an einer Blessur. Drei Typen mit unterschiedlichem Skill, aber gemeinsam: Sie gewinnen Bullys, schirmen die Scheibe ab, starten den ersten Angriff. Ohne sie läuft das Spiel der Bündner stockend, wie ein Uhrwerk mit fehlenden Zahnrädern.

Holden kann aktuell nur auf Simon Ryfors, Rasmus Asplund, Chris Egli und den 19-jährigen Beni Waidacher bauen – vier Center, kein Polster. „Wir brauchen die Center“, sagt der 48-Jährige knapp. Dahinter steckt pure Nervosität. Ein Foul, eine Erkältung, ein Zusammenprall – und die Rotation kippt.

Lemieux schaut zu, weil die ausländerquote blockiert

Lemieux schaut zu, weil die ausländerquote blockiert

Brendan Lemieux, Playoff-Held gegen Zug (1 Tor, 4 Assists), saß in beiden Halbfinal-Spielen auf der Tribüne. Keine Strafe, keine Disziplinarmaßnahme – nur kalte Mathematik. Mit Asplund, Ryfors, Klas Dahlbeck, Matej Stransky und Adam Tambellini sind fünf Ausländerplätze vergeben. Bleibt ein Slot. Holden muss sich entscheiden: Filip Zadina (2+2 Punkte) raus, Lemieux rein? Oder die Sturm-Reihe so lassen und riskieren, dass die Center-Frage sich von selbst löst – weil keiner mehr übrig ist?

Die Niederlage in Spiel 2 erhöht den Druck. Ein weiterer Fehlstart in Zürich und Davos träumt nicht mehr vom Finale, sondern von der Sommerpause. Holden hat zwei Tage, um die Aufstellung umzubauen, die Lines neu zu puzzeln und seine letzte Krankenkarte zu ziehen. Die Saison hängt an einem seidenen Faden – und der wird mit jedem Bully dünner.