Hc ambri-piotta: neuanfang nach turbulentem jahr – weibel vor mammutaufgabe

Ambrì-Piotta hinterlässt eine Saison, die weniger an ein Sportjahr als an einen wahren Zirkus erinnerte. Sportliche Enttäuschungen, interne Machtkämpfe und ein Trainerwechsel kurz vor Saisonende – die Biancoblù hatten mit einer Achterbahnfahrt zu kämpfen. Doch die Playoffs brachten dann doch noch einen Lichtblick: Ein Sweep gegen Ajoie katapultierte das Team in den Sommer, doch die kommende Saison stellt den neuen Sportchef Lars Weibel vor eine gewaltige Herausforderung.

Die suche nach kontinuität und stabilität

Die suche nach kontinuität und stabilität

Die Leventina brauchte dringend Ruhe. Nach einer Saison, in der fast alles neu war – neuer Präsident, Trainerwechsel, der Rauswurf von DiDomenico – muss jetzt eine klare Linie gefunden werden. Stabilität ist das oberste Gebot, und hier scheint der Verbleib von Trainer Jussi Tapola ein wichtiger Schritt zu sein. Die Vertragsverlängerung um drei Jahre sendet ein deutliches Signal an die Fans und die Liga. Die Frage ist nun: Kann Weibel die Mannschaft sportlich stabilisieren und den Kader neu formen?

Ein Blick auf den Kader offenbart eine komplexe Situation. Sieben Verträge laufen aus, und einige der Stars des Teams stehen vor einer ungewissen Zukunft. Besonders brisant: Die Verträge von Topscorer Michael Joly und dem Kanadier Alex Formenton, die in den Playoffs ihre entscheidende Rolle unterstrichen, sind offen. Werden sie bleiben, um die Offensive zu verstärken, oder suchen sie neue Herausforderungen?

Die Torhüterposition bildet eine willkommene Ausnahme. Mit Gilles Senn und Philip Wüthrich hat Ambri zwei solide Schweizer Goalies im Kader, die sich den Kasten teilen werden. Zwar waren beide nicht immer fehlerfrei, doch ihre Leistungen in den Playoffs, insbesondere die hohe Fangquote von Wüthrich gegen Ajoie, geben Anlass zur Hoffnung. Die Defensive muss sich allerdings spürbar verbessern – 178 Gegentore in der vergangenen Saison sind schlichtweg zu viel.

Tim Heed und Jesse Virtanen, zwei langjährige und erfahrene Verteidiger, gehören weiterhin zum Team. Ihre Scorerpunkte waren in der vergangenen Saison entscheidend, und ihre Erfahrung wird auch in Zukunft wichtig sein. Die Neuzugänge, allen voran der Tscheche Petr Kodytek, müssen sich schnell integrieren und die Offensive verstärken. Er kommt mit frischem Wind aus Finnland und soll der Leventina neue Impulse geben.

Die Abgänge von Dominic Zwerger und Routinier Dario Bürgler, der seine Karriere beendet, hinterlassen eine deutliche Lücke im Team. Zwerger, ein Leistungsträger und Identifikationsfigur, wird schmerzlich vermisst. Auch der Rückzug von Chris DiDomenico, der die Saison aufgrund von internen Querelen vorzeitig beendete, schafft eine Vakanz im Kader.

Doch es gibt auch positive Signale: Laut RSI sollen bereits drei der sieben auslaufenden Verträge eine Einigung erzielt haben. Nathan Borradori und Manix Landri sollen dem Verein erhalten bleiben, was einen wichtigen Schritt zur Kontinuität darstellt. Chris Tierney hingegen wird wohl nicht mehr für Ambri-Piotta spielen, da seine Leistungen nicht überzeugen konnten.

Die kommende Saison wird zeigen, ob Lars Weibel die Mammutaufgabe meistern kann. Die Biancoblù stehen vor einem Neuanfang, und die Fans hoffen auf eine ruhigere und erfolgreichere Zukunft. Die Zeichen stehen auf Umbruch, und die Leventina muss sich neu finden, um in der National League wieder eine Rolle spielen zu können.