Hc ambri-piotta: neuanfang nach turbulentem jahr – weibel vor mammutaufgabe

Die Biancoblù haben eine Saison hinter sich, die kaum zu überbieten ist in Sachen Chaos. Trainerwechsel, ein neuer Präsident, der Rauswurf von DiDomenico kurz vor Saisonende – die Leventina bebte. Doch das Kapitel ist abgewendet, und mit Lars Weibel steht ein neuer Sportchef bereit, der die Fackel aufnehmen muss. Die Playoffs-Serie gegen Ajoie bot einen Hoffnungsschimmer, nun beginnt die eigentliche Arbeit.

Stabilität als oberstes ziel

Nach dem sportlichen Tiefpunkt und dem kolossalen Durcheinander, das den Verein in den letzten Monaten erfasste, steht beim HCAP nun die Kontinuität im Vordergrund. Die Suche nach Klarheit und Struktur ist essentiell, um den Glauben an eine erfolgreiche Zukunft wiederherzustellen. Ein klares Zeichen setzte der Verein bereits früh: Die Verlängerung des Vertrages mit Trainer Jussi Tapola um drei Jahre unterstreicht den Wunsch nach langfristiger Stabilität auf der Trainerbank.

Die Kaderplanung gestaltet sich jedoch deutlich komplexer. Gleich sieben Verträge laufen in diesem Sommer aus, was Weibel vor eine gewaltige Aufgabe stellt. Es gilt, die richtigen Entscheidungen zu treffen, um das Team zu verstärken und gleichzeitig die finanzielle Stabilität zu gewährleisten.

Torwart-duo und abwehr: grundgerüst steht

Torwart-duo und abwehr: grundgerüst steht

Auf der Torhüterposition gibt es zumindest eine gewisse Planungssicherheit. Gilles Senn und Philip Wüthrich werden auch in der kommenden Saison das Tor hüten. Obwohl beide nicht immer die nötige Sicherheit ausstrahlten – was oft auf die angespannte Defensivsituation zurückzuführen war – verfügen sie über das Potenzial, das Team zu unterstützen. Die beiden Keeper teilten sich in der vergangenen Saison das Tor, wobei Wüthrich 28-mal und Senn 26-mal im Kasten stand. Die Defensive war mit 178 Gegentoren die zweitschlechteste der Liga, aber die Leistungen in den Playoffs gaben Anlass zur Hoffnung.

In der Abwehr können die Biancoblù auf fünf Spieler bauen, die bereits unter Vertrag stehen: Luc Bachmann, Isacco Dotti, Tim Heed, Jesse Virtanen und Dario Wüthrich. Heed und Virtanen, die erfahrenen Importspieler, gehören zweifellos zu den Leistungsträgern und ihre Weiterverpflichtung ist von großer Bedeutung.

Offensive braucht frischen wind

Offensive braucht frischen wind

Im Sturm sieht die Lage etwas düsterer aus. Lediglich der Tscheche Petr Kodytek konnte bisher für die kommende Saison an Land gezogen werden. Mit seinen 39 Scorerpunkten in der letzten Saison in Finnland könnte er der Offensive frischen Wind einhauchen. Ein Problem stellt jedoch dar, dass keiner der bisherigen Importspieler in der Offensive einen Vertrag für die nächste Saison besitzt. Hier muss Weibel dringend nachrüsten. Die Hoffnung ruht auf jungen Talenten wie Miles Müller, der in dieser Saison einen deutlichen Sprung nach vorne gemacht hat und nun auch Nationalspieler ist.

Die Frage nach Inti Pestoni, der Ambri-Ikone, bleibt offen. Trotz eines noch gültigen Vertrags stand er unter Tapola seit dem letzten Ligaspiel nicht mehr im Einsatz. Ob er in Zukunft noch eine Rolle spielen wird, ist ungewiss.

Verabschiedungen und neuzugänge

Verabschiedungen und neuzugänge

Mit Dominic Zwerger und Dario Bürgler haben zwei langjährige Leistungsträger den Verein verlassen. Zwerger wechselte zu EHC Biel, Bürgler beendete seine Karriere. Auch Chris DiDomenico verließ den Verein vorzeitig. Der Verlust dieser erfahrenen Spieler ist spürbar, doch Weibel wird alles daran setzen, ihre Abgänge zu kompensieren. Die Verpflichtung von Kodytek ist ein erster Schritt, aber es werden weitere Neuzugänge benötigt, um die Offensive zu verstärken und die Defensive zu stabilisieren.

Die kommenden Wochen werden entscheidend sein für die Zukunft des HC Ambri-Piotta. Lars Weibel steht vor einer Mammutaufgabe, aber mit Entschlossenheit und einer klaren Strategie kann er den Verein zurück in die Erfolgsspur führen. Der Fokus liegt nun auf einer sorgfältigen Planung und der Zusammenstellung eines schlagkräftigen Teams, das den Fans wieder Grund zur Freude gibt. Die Saison 2024/25 könnte der Beginn einer neuen Ära in der Leventina sein.