Hc ajoie kämpft ums überleben: zwei millionen fehlen zum nächsten schritt

Fünf Saisons in der National League, fünf letzte Plätze in der Regular Season, nie mehr als 48 Punkte. Das ist die bittere Bilanz des HC Ajoie – und trotzdem hält sich der Klub aus dem Jura hartnäckig im Schweizer Eishockey-Oberhaus. Die Frage ist nicht mehr, ob das Modell funktioniert. Die Frage ist, wie lange es das noch kann.

15,5 Millionen franken und vier säulen, die alles tragen müssen

Geschäftsführer Kimmo Bellmann erklärt das Konstrukt offen: Ticketing, Sponsoring, Catering sowie Gelder aus der Liga und den TV-Rechten – das sind die vier Pfeiler, auf denen das Budget von 15,5 Millionen Schweizer Franken ruht. Klingt solide. Ist es aber nur, weil dahinter harte Arbeit steckt, wie Bellmann selbst betont. Kein Selbstläufer, kein Glücksfall.

Was den Jurassiern dabei hilft: die Treue ihrer Zuschauer und Sponsoren. Letztere haben ihre Beiträge seit dem Aufstieg sogar erhöht, wie Tanguy Meyer, Leiter Marketing und Sponsoring, bestätigt. Und weil der HCA im grenznahen Raum das einzige Angebot dieser Art darstellt, schauen die Verantwortlichen auch nach Frankreich – ein Markt, den andere NL-Klubs schlicht nicht bedienen können.

Zwei millionen trennen ajoie vom nächsten level

Zwei millionen trennen ajoie vom nächsten level

Präsident Patrick Hauert nennt die Zahl ohne Umschweife: Mindestens zwei Millionen Franken fehlen, um wirklich auf einem anderen Niveau mitzuspielen. Das ist kein Jammern – das ist eine nüchterne Bestandsaufnahme. Wer diese Lücke kennt, versteht auch, warum der Klub Jahr für Jahr hinten landet, obwohl das Engagement stimmt.

Besonders schmerzhaft ist die Situation im Nachwuchs. Die Akademie des HC Ajoie spielt nicht auf Top-Stufe – und das macht es schwer, eigene Talente an die erste Mannschaft heranzuführen. Der Kreislauf, den erfolgreiche Klubs nutzen, um günstig und nachhaltig zu wachsen, greift in Porrentruy nur eingeschränkt. Zur neuen Saison soll das Budget der Akademie zwar leicht steigen, das Budget des NL-Teams bleibt jedoch unverändert.

Stagnation ist kein rückschritt – aber auch kein fortschritt

Stagnation ist kein rückschritt – aber auch kein fortschritt

Der HC Ajoie ist ein Klub, der sich mit bemerkenswerter Disziplin in einem Liga-Umfeld hält, das ihn eigentlich überfordert. Das verdient Respekt. Aber Respekt zahlt keine Gehälter, und Disziplin allein schließt keine Lücke von zwei Millionen Franken. Solange die Nachwuchsinfrastruktur nicht aufholt und externe Geldgeber ausbleiben, wird Ajoie das sein, was es die letzten fünf Jahre war: der letzte Platz mit dem lautesten Publikum.