Havertz im schock: "zweimal reingekommen!"
Kai Havertz hat nach dem enttäuschenden WM-Aus gegen Paraguay die Twitter-Echokammern durchbrochen und eine ehrliche, fast schon schonungslose Bilanz gezogen. Der Arsenal-Profi nahm kein Blatt vor den Mund und richtete seinen Finger direkt auf sich selbst – und das Team.
Die demütigung in paraguay
Die Atmosphäre im deutschen Lager war nach dem 1:2 gegen Paraguay alles andere als feierlich. Havertz, als erster DFB-Profi, stellte sich den Fragen der Reporter und offenbarte dabei eine tiefe Selbstkritik. "Meine zweite WM, zweimal reingekommen. Die letzten Turniere waren nichts. Das Einzige, was ich sagen kann, ist Entschuldigung," so der Angreifer, dessen Worte die Ernüchterung vieler Fans widerspiegeln.
Es sei schwer gewesen, gegen Paraguay Tempo aufzubauen, räumte er ein. "Klar, wir haben es versucht, oft über Flanken, waren dann auch beim Tor erfolgreich. Aber eigentlich hat nicht so viel gepasst, wenn man gegen Paraguay – mit Respekt – ausscheidet." Die Kernaussage: Deutschland hat es nicht verdient, weiterzukommen.

Ist deutschland nur noch zweitklassig?
Die Frage nach Deutschlands Position im internationalen Fußball lag in der Luft. Havertz wich der direkten Antwort nicht aus, bestätigte aber die düstere Realität: "Ja, scheint so auf jeden Fall." Er betonte, dass das Team zwar in Turnieren immer wieder gute Phasen gezeigt habe, aber stets etwas gefehlt habe. “Heute auch wieder.”
Havertz forderte von seinen Mitspielern eine klare Selbstreflexion: „Vor allem die Spieler müssen sich an die eigene Nase fassen.“ Er machte deutlich, dass die Verantwortung nicht allein beim Trainer liege, sondern bei jedem einzelnen Spieler im Kader. Die Erwartungen an ein Land mit einer so reichen Fußballhistorie seien enorm, und ein solches frühes Ausscheiden sei schlichtweg nicht akzeptabel. Es ist ein Aufruf zur Umkehr, ein Weckruf für den deutschen Fußball.
Die Worte des Arsenal-Profis hallen nach und treiben die Debatte über die Zukunft des deutschen Nationalteams an. Die Selbstkritik ist erfrischend ehrlich, aber auch beängstigend. Es bleibt abzuwarten, ob diese Erkenntnis zu einem nachhaltigen Umdenken und einer neuen Ära im deutschen Fußball führt. Denn eines ist klar: So wie bisher, kann es nicht weitergehen.
