Hartberg zieht option: markuš bleibt bis 2027 – ein akt der stetigkeit

Die Entscheidung war längst klar, jetzt steht sie schwarz auf weiß: Der TSV Hartberg zieht die Vertragsoption bei Benjamin Markuš und sichert sich die Dienste des 25-jährigen Mittelfeldarbeiters bis Sommer 2027. In einer Liga, in der Personalplanung oft nur bis zur nächsten Transferperiode reicht, setzt der Tabellen-7. der Bundesliga ein Statement für Kontinuität.

Markuš verkörpert den hartberg-typ

Seit seinem Wechsel von Aluminij Kidričevo im Sommer 2022 lief der Slowene durchgehend über 2.800 Minuten, traf dreimal, legte zwei Vorlagen auf und gewann 56 Prozent seiner Zweikämpfe – Werte, die Sportchef Erich Korherr in der Pressekonferenz nach dem 2:1 gegen den LASK schon als „nicht verhandelbar“ bezeichnete.

Trainer Manfred Schmid schickt Markuš in fast jedes Spiel als ersten Pressing-Impuls, lässt ihn auf der Acht wie auf der Sechs agieren. Die Ruhe am Ball, mit der er englische Wochen übersteht, passt zum Klub-DNA: kein Großklub, aber ein Großer in Sachen Laufkultur. „Ich fühle mich hier wohl, weil meine Leistung zählt, nicht mein Marktwert“, sagt Markuš, der in Hartberg mittlerweile eine kleine Wohnung gefunden hat und nach Trainingsenden oft noch 20 Minuten mit Nachwuchsspielern Wall-Pass spielt.

Die zahlen dahinter

Die zahlen dahinter

Die Option lag bei einer Ablöse von 250.000 Euro – ein Schnäppchen, verglichen mit den 1,2 Millionen, die Hartberg im vergangenen Sommer für Offensivspieler Kriwy zahlte. Durch die Verlängerung entlastet sich der Klub zusätzlich: Markuš‘ bisheriges Gehalt von rund 180.000 Euro pro Saison steigt moderat auf 210.000, dafür entfällt eine mögliche Ablösesumme im Winter. Die Budgetplanung bis 2027 ist damit gemacht.

Korherr betont, dass man mit der frühen Ziehung auch ein Signal an die Kabine sendet: „Wir belohnen Leistung vor Potenzial.“ Gleichzeitig schließt er weitere Verlängerungen aus. Kapitän Michael Huber und Linksverteidiger Matthias Kofler stehen als nächste auf der Liste.

Für Markuš selbst ist der Schritt auch sportlich folgenreich. In der slowenischen Nationalmannschaft rangiert er hinter Sturm-Graz-Star Horvat und Atalenta-Crack Bijol – mit kontinuierlichen Bundesliga-Einsätzen könnte er sich für die EM-Quali 2026 empfehlen. „Ich bin nicht hier, um Urlaub zu machen“, sagt er mit jenem leichten Slawischen Akzent, der in der Kabine mittlerweile zum Sound gehört.

Was jetzt auf hartberg zukommt

Was jetzt auf hartberg zukommt

Mit der Klappe zu 2027 verliert Hartberg im Winter keinen Leistungsträger mehr. Das Duell um die Europacup-Plätze mit Sturm Graz, LASK und Rapid wird enger, doch der Klub kann sich auf seine Kernmannschaft verlassen. Die nächste Hürde: Auswärts in Salzburg. Markuš wird auch dort wieder die meisten Kilometer laufen – und wenn es eng wird, entscheidet vielleicht genau diese Ausdauer, die nun bis 2027 in Hartberg bleibt.

Ein einfacher Vertragsvorgang? Für manche Klubs vielleicht. Für Hartberg ist es ein kleiner Kraftakt, der genau ins Konzept passt: wenig Tamtam, viel Beine zeigen.