Hartberg zieht die option: havel bleibt und wird zum zukunftsbaustein

Kein Geheimnis mehr, sondern fix: Elias Havel spielt auch in den nächsten vier Jahren für TSV Hartberg. Die Oststeirer zogen am Mittwoch die Kaufoption für den 22-jährigen Leihstürmer und machen ihn damit zum drittteuersten Eigengewächs des Klubs. Die Ablösesumme? Schweigen im Walde. Die Botschaft: klar. Wer zehn Tore in 21 Runden schießt, darf bleiben.

Ein transfer, der schon im winter gelaufen ist

Intern war die Entscheidung längst gefallen. Hartberg hatte Havel im Sommer 2023 vom LASK ausgeliehen, mit einer Klausel für 2,5 Millionen Euro. Nach fünf Treffern in der Quali-Gruppe und fünf weiteren in der Meistergruppe stieg der Marktwert des Angreifers auf geschätzte vier Millionen – ein Schnäppchen also, das Hartberg nun zieht. Geschäftsführer Erich Korherr spricht von „einer Pflichtübung“, wenn „ein Spieler so exponiert seine Stärken zeigt“.

Was Hartberg bekommt: einen 1,84-Meter-Rechtsfuß, der in der Box wie ein Magnet wirkt. Havel traf doppelt gegen Sturm Graz, erzielte den Siegtreffer in Salzburg und verwandelte in der 94. Minute gegen Austria Wien zum 2:2. Seine Quote: alle 154 Minuten ein Tor oder Assist – nur Karim Adeyemi und Michael Gregoritsch sind effizienter in der Liga.

Die macht der zahlen und ein satz, der alles sagt

Die macht der zahlen und ein satz, der alles sagt

Korherr nennt drei Gründe für die Verlängerung: „Tempo 34,8 km/h, 48 Prozent seiner Tore mit dem ersten Kontakt, null Ausfalltraining seit 18 Monaten.“ Dazu kommt ein Faktor, den man nicht in Excel listen kann: Havel passt in die DNA des Klubs. „Hartberg ist meine zweite Familie“, sagt er selbst und meint damit die WG mit Torwart Justin Ospelt und den gemeinsamen Spieleabend, in dem sie sich Bundesliga-Debütanten auf Playstation herausfordern.

Die Fans feiern ihn längst als „Elfer-King“, weil er in dieser Saison vier Foulelfmeter verwandelte – ohne zu zögern. Sein Trick: Er schaut den Keeper an, bis der blinzelt. Dann schießt er. Hartberg hat solche Spieler selten gehalten. Die letzten beiden, Marko Kvasina und Julian Gölles, landeten in der 2. Bundesliga. Havel soll höher hinaus, aber zuerst einmal den Klub in die Europa-League-Quali schießen.

Die Saison ist noch nicht vorbei, doch die Verhandlungen laufen schon auf Hochtouren. Scouts von Frankfurt und Union Saint-Gilloise waren zuletzt in der PROfertil-Arena. Hartberg will nicht verkaufen, aber ein Angebot über acht Millionen würde die schwarze Null bedeuten. „Wir sind kein Sprungbrett, wir sind ein Zuhause“, betont Korherr. Doch in Zeiten von Multi-Klub-Modellen und Leiharmeen weiß jeder: Ein Torjäger, der bis 2028 unterschreibt, kann auch morgen für die Ablöse-Kasse stehen.

Fakt ist: Mit Havel hat Hartberg nicht nur den eigenen Rekordtransfer gesichert, sondern auch ein Stück Identität. Wenn am Samstag die Meistergruppe weitergeht, steht er wieder in der Startelf. Dann gegen SCR Altach. Dann vielleicht wieder mit einem Tor. Und danach? „Erst mal Eisbaden“, lacht er, „die Saison ist noch lang.“ Für Hartberg. Für ihn. Und für alle, die jetzt wissen: Dieser Junge bleibt. Mindestens bis 2028.