Hannover 96 wirft schmadtke raus – 96 tage chaos sind genug

Jörg Schmadtke ist weg. Nach nur 96 Tagen als Geschäftsführer Sport schickt Hannover 96 den 59-Jährigen wieder auf die Straße. Die Trennung erfolgt mit sofortiger Wirkung, der eigentliche Vertrag lief noch bis 2029. Der Tabellenfünfte der 2. Bundesliga rudert damit zurück, was er im Winter als großen Wurf verkauft hatte.

Warum der klub jetzt die reißleine zieht

Warum der klub jetzt die reißleine zieht

Die Zahlen sind eindeutig: unter Schmadtke holte Hannover in 13 Spielen gerade mal 18 Punkte, die Torausbeute brach zwischenzeitlich ein. Im Kleeblatt spricht man offiziell von „unterschiedlichen Vorstellungen der sportlichen Ausrichtung“, intern ist man deutlicher: Schmadtkes Alleingänge im Transfermarkt stießen auf Widerstand. Mit Kevin Akpoguma und Leo Weinkauf holte er Hochkaräter, stellte aber die Defensivbalance infrage. Die Folge: vier Niederlagen in den letzten fünfen Partien, der Anschluss an die Aufstiegsplätze ist weg.

Die Personalie war von Anfang an riskant. Im Januar kehrte Schmadtke nach sieben Jahren Liverpool, Wolfsburg und Köln zurück an die Leine – nicht als Heimkehrer, sondern als Retter. Managerin Marina Schröder überzeugte den Eigenbrötler mit voller Kompetenz, doch schon nach Wochen wurde klar: der Führungsstil des Altgedienten passt nicht in die neue, kollegiale Struktur. Er bestellte, andere sollten folgen. Das ging nicht auf.

Jetzt springt wieder Martin Kind ein – der Präsident übernimmt kommissarisch die Sportgeschäfte, soll bis Saisonende die Ruhe retten. Die Fans reagieren mit Spott: „96 Tage, 96 Probleme“, kommentierte die Rote Kurve auf Twitter. Die nächste Frage tickt: Wer wird im Sommer die sportliche Neuausrichtung übernehmen? Ein interner Kandidat wie Thomas Letsch (aktuell Bochum) liegt im Trend, doch die interne Richtungsdebatte ist offen.

Für Schmadtke bleibt ein Scherbenhaufen. Er verlässt Niedersachsen ohne Pokalsieg, ohne Aufstieg, ohne Perspektive. Die Abfindung dürfte sich auf knapp zwei Jahresgehälter belaufen – eine teure Lektion für einen Klub, der sich nach Jahren des Auf und Abs gerade wieder Selbstvertrauen erarbeitet hatte. Die 96 Tage Schmadtke werden in Hannover als Lehrstück für schnelle Schnellschüsse zitiert werden. Die Meisterschaft ist verspielt, die Planung steht auf dem Prüfstand. Der 31. März markiert nicht nur das Ende einer Ära, sondern auch den Beginn einer unruhigen Zukunft.