Hanfmann donnert ins achtelfinale und fordert zverev heraus

Der Rasen im OWL-Gymnasium bebt. Yannick Hanfmann, 34 Jahre alt und gerade frisch aus dem Doppel-Triumph von Stuttgart, jagt mit einer geradezu lächerlichen 6:2, 6:2-Demontage von Joao Fonseca seinen 100. Karrieresieg ein – und jetzt steht Alexander Zverev auf dem Plan. Ein deutsches Duell, scharf wie die Klinge eines Schneiders.

Es war fonsecas erster rasen-auftritt – und prompt eine lehrstunde

Hanfmann spielte, als hätte er das Geläuf vor dem Halleschen Rathaus erfunden. Tiefe Slice-Bälke, frühe Vorhand-Winner, ein Aufschlag, der Fonseca die Schultern nach oben schnellen ließ. Der Brasilianer, Nummer 25 der Welt, wirkte wie jemand, der plötzlich auf einem Eisfeld landet und nach den Regeln fragt.

„Man sah ihm die Rostigkeit an“, grinste Hanfmann später. „Ich hingegen hatte schon ein paar Rasenkilometer in den Beinen – das zählt.“ Tatsächlich hatte er Sonntagabend noch Jan-Lennard Struff im Doppelfinale von Stuttgart an die Decke geschmettert, bevor er nach Halle durchstartete.

Jetzt wartet der weltstar – und hanfmanns belohnung heißt centre court

Jetzt wartet der weltstar – und hanfmanns belohnung heißt centre court

Zverev, frisch gebackener French-Open-König, musste sich gegen Vit Kopriva drei Sätze lang strecken: 6:3, 4:6, 6:2. Die Zahlen klingen knapper als das Match war – Kopriva schenkte nichts, Zverev schliff sich am nötigen Kämpferherz.

Für Hanfmann ist das Achtelfinale nicht bloß die nächste Runde, sondern ein persönlicher Jubelmoment: „Erster Sieg hier auf dem Centre Court. Ich hab’s dreimal versucht, jetzt ist es endlich so weit.“ Die 100 auf dem Zähler, das deutsche Duell, die Rasensaison vor der Glaskugel Wimbledon – alles fällt zusammen wie Teile eines Puzzles, das plötzlich ein Gesicht zeigt: das eines Außenseiters, der sich selbst nicht mehr für einen Außenseiter hält.

Wenn am Mittwoch die Ampel auf Grün steht, wird Hanfmann mit nichts zu verlieren und allem zu gewinnen aufschlagen. Und Halle? Halle wird lauschen.