Handy am steuer: deutsche ignorieren gefahren, trotz wissen!

Ein erschreckendes Bild zeichnet sich ab: Deutsche Autofahrer wissen um die Risiken, nutzen das Smartphone im Straßenverkehr aber trotzdem. Eine aktuelle Untersuchung von Anas zeigt eine deutliche Diskrepanz zwischen Bewusstsein und Verhalten – und gefährdet damit die Sicherheit aller.

Die zahlen lügen nicht: fast zwei drittel greifen zum handy

Die fünfte Studie zur Fahrweise der Deutschen, die von Anas in Auftrag gegeben wurde, kommt zu einem klaren Ergebnis: 65,5 Prozent der Autofahrer nutzen während der Fahrt ihr Mobiltelefon. Dabei ist das Wissen um die Gefahren weit verbreitet: 75 Prozent der Befragten schätzen die Nutzung des Smartphones am Steuer als gefährlich ein. Aber das Wissen führt nicht zu einem Umdenken. Nur 41,9 Prozent nutzen das Telefon korrekt, beispielsweise über Sprachsteuerung oder Bluetooth.

Ein weiteres Detail, das Kopfschütteln verursacht: 14,6 Prozent geben an, die Nummer manuell zu wählen – ein besonders gefährlicher Akt, der die Aufmerksamkeit vom Straßenverkehr ablenkt. Und erschreckend: Bei 7,9 Prozent der Befragten, die bereits einen Unfall hatten, wurde das Handy während der Fahrt benutzt. Die Zahl spricht für sich.

Die methode: beobachtungen und interviews

Die methode: beobachtungen und interviews

Für die Studie wurden 4.000 Nutzer auf Autobahnen befragt und über 5.000 Beobachtungen direkt am Straßenverkehr durchgeführt. Dabei wurden zwei Detektoren in einem Fahrzeug eingesetzt, das 12 italienische Straßen und Autobahnen befuhr. Die Routen umfassten unter anderem den Raccordo Autostradale “Torino Caselle”, die SS 336 “Dell’Aeroporto della Malpensa” und die A2 “Autostrada del Mediterraneo”.

Neue regeln, aber alte gewohnheiten

Neue regeln, aber alte gewohnheiten

Obwohl 81 Prozent der Befragten die neue Straßenverkehrsordnung kennen und 86 Prozent die erhöhten Strafen gutheißen, ändert das wenig am Verhalten. Die Diskrepanz zwischen Wissen und Handeln ist alarmierend und zeigt, dass die Sensibilisierung der Autofahrer noch lange nicht abgeschlossen ist. Die Gefahr lauert weiterhin in den Händen der Fahrer, die das Smartphone als unverzichtbares Werkzeug betrachten, auch wenn es um die eigene Sicherheit und die anderer geht.

Die Studie von Anas ist ein Weckruf. Es ist höchste Zeit, dass die Automobilindustrie und die Politik gemeinsam Lösungen finden, um die Ablenkung am Steuer zu reduzieren und die Sicherheit im Straßenverkehr nachhaltig zu verbessern. Denn die Zahlen zeigen deutlich: Das Handy am Steuer ist kein Kavaliersdelikt, sondern eine ernsthafte Bedrohung.