Handball-stress? füchse berlin zocken sich ins finale!

Köln bebt! Während die Final4-Kulisse bereits in vollem Gange ist, greifen die Füchse Berlin zu ungewöhnlichen Mitteln, um den Druck vor dem DHB-Pokal-Halbfinale gegen den TBV Lemgo Lippe (Samstag, 15.45 Uhr, Dyn) abzubauen: „Die Siedler von Catan“ – ein Klassiker, der mehr als nur taktische Entscheidungen im Kopf freiräumen soll.

Ein ritual aus holz, lehm und strategie

Die Füchse Berlin sind bekannt für ihre professionelle Vorbereitung, doch vor dem Duell gegen Lemgo setzen sie auf eine überraschende Methode. Anstelle der üblichen Videoanalyse im Videoraum sitzen die Spieler am Spieltisch und versuchen, sich mit dem Aufbau von Siedlungen, Straßen und Städten zu entspannen. Eine Strategie, die bereits 1998 die deutsche Nationalmannschaft unter Heiner Brand erfolgreich einsetzte – damals saßen Legenden wie Stefan Kretzschmar und Daniel Stefan am Tisch.

Nils Lichtlein, junger Spielmacher der Füchse (Jahrgang 2002), brachte eigens eine Edition aus dem Jahr 1995 mit. „Damals war das Spiel des Jahres“, grinst er. Doch es ist nicht nur Nostalgie, sondern eine bewährte Methode, um den Kopf freizubekommen. „An so einem Pokalwochenende müssen wir auch mal abschalten können“, erklärt Lichtlein. Nach dem Kartenspiel Wizard vor zwei Jahren hat nun die „Siedler“-Welle die Mannschaft erfasst.

Lemgo ist kein Lieblingsgegner, so Lichtlein, und die Mannschaft ist sich des hohen Drucks bewusst. „Die spielen einen sehr bestrafenden Handball“, weiß er. Dennoch schätzen die Füchse Spiele mit K.o.-Charakter vor vollem Haus. Das Finale wäre ein enormer Motivationsschub für den Saisonendspurt. „Wir werden alles reinwerfen, um ins Finale zu kommen und den Pokal zu holen. Erst das Halbfinale, dann schauen wir weiter.“

Es bleibt abzuwarten, ob die strategischen Fähigkeiten, die im Aufbau von Siedlungen gefragt sind, auch auf den Handball-Platz übertragen werden können. Doch eines ist sicher: Die Füchse Berlin gehen einen ungewöhnlichen, aber durchaus interessanten Weg, um sich auf eines der wichtigsten Spiele der Saison vorzubereiten. Die Zahlen sprechen für sich: 20.000 Zuschauer in Köln, ein Pokal im Visier und ein Spiel, das mehr als nur ein Handballspiel ist – es ist ein Kampf um Prestige und die Chance auf einen Titel.

Die ungewöhnliche taktik zahlt sich aus?

Die ungewöhnliche taktik zahlt sich aus?

Ob die „Siedler von Catan“ tatsächlich zum Spielglück verhelfen können, wird sich am Samstag zeigen. Doch die Füchse Berlin haben bewiesen, dass auch im Hochleistungssport Raum für Kreativität und unkonventionelle Methoden ist. Der Pokal-Stress wird so zu einem strategischen Spiel – mit Holz, Lehm und dem festen Willen, den Titel zu holen.