Handball-Skandal: Malle-Reise der Rhein-Neckar Löwen sorgt für Aufsehen
Der aufreger der letzten saison
Es war der Aufreger während der Endphase der letzten Saison in der Daikin Handball-Bundesliga. Der Vorgang war eigentlich vom Tisch, jetzt kommt aber ans Licht der Öffentlichkeit, dass die Vereine großen Redebedarf deshalb hatten.
Das treffen der handball-bundesliga
Es geht um das jährlich im Sommer stattfindende Treffen der Handball-Bundesliga (HBL) und der Profi-Klubs aus der ersten und zweiten Liga. Im Juli wurden unter den Vereinen nochmals die Freizeit-Gestaltung ihrer Profis und die denkbaren Folgen besprochen.
Die partie der rhein-neckar löwen gegen den tvb stuttgart
Aufhänger der angeregten Diskussion war die Partie der Rhein-Neckar Löwen gegen den TVB Stuttgart am 29. Mai. Die Löwen legten einen fürchterlichen Auftritt auf die Platte, Stuttgart siegte in Mannheim 33:26. Die Schuld am Desaster gab man innerhalb der Handball-Szene damals dem Umstand, dass das Team der Löwen am spielfreien Wochenende zuvor zwecks Mannschafts-Fahrt nach Mallorca flog.
Die reaktionen nach dem abstieg
Am Saisonende retteten sich
die Stuttgarter mit einem Punkt Vorsprung auf Rang 17 vor dem Abstieg, die SG BBM Bietigheim musste runter. Und das brachte deren Trainer Iker Romero (45) auf die Palme.Der Spanier nach dem Abstieg völlig in Rage: „Wenn eine Mannschaft nach Malle geht vor dem Stuttgart-Spiel, die Rhein-Neckar Löwen, das ist nicht fair.“ Romero (u.a. Weltmeister und Champions-League-Sieger als Spieler) damals weiter: „Das werde ich niemals vergessen! Null, Null Respekt! Das geht nicht!“
Die liga-tagung im juli 2025
Bei der Liga-Tagung Anfang Juli 2025 steckten die hochrangigen Klub-Vertreter mit etwas Abstand noch mal die Köpfe zusammen. Auf Nachfrage von BILD am Sonntag teilt die HBL mit: „Bei der Reise handelte es sich um eine Freizeitveranstaltung an einem spielfreien Wochenende. Insofern kommentieren wir diesen Vorgang nicht weiter. Wir gehen generell davon aus, dass sich jeder Spieler professionell und angemessen verhält.“
Die reaktionen der klubs
Eike Korsen (42), Geschäftsführer der TSV Hannover-Burgdorf, bestätigt: „Alle Klubs sind im Sinne des Wettbewerbs noch mehr sensibilisiert.“
Die entscheidung der klubs
Am Ende der internen Diskussionen bestand Einigkeit, dass sich so ein Szenario nicht mehr wiederholen soll. Gleichzeitig steht nun aber im Raum, dass die Klubs ihren Profis solche Mannschafts-Fahrten noch während einer Saison in Zukunft eventuell verbieten könnten.
Die reaktionen der spieler
Das wiederum sorgt nach Informationen von BILD am Sonntag bereits jetzt für Grummeln in der Spielerszene, nicht überall kommt der Plan gut an. Denn solche Mannschafts-Fahrten sind seit Jahren im Handball gängige, gelebte und geschätzte Praxis. Die Frage ist: Wäre ein Kurzreise-Verbot seitens der Klubs gleichzeitig auch ein Eingriff in die Privatsphäre der Spieler? Reagieren die Klubs in Zukunft einfach mit der Streichung von freien Tagen und dann täglichen Trainings-Einheiten?
Die zukunft der mannschafts-fahrten
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