Handball-legende horst käsler: ein vermächtnis aus leidenschaft und fairness
Heute, am 18. April 2026, gedenken wir des 100. Geburtstags von Horst Käsler, einer Schlüsselfigur des deutschen Handballsports. Ein Mann, dessen Name untrennbar mit Erfolgen auf dem Feld und dem Aufbau einer neuen Generation von Spielern verbunden ist. Doch Käsler war mehr als nur ein Champion; er war ein Verfechter von Fairness und Respekt, Werte, die er stets über Siege stellte.
Der weltmeister von 1955 und seine philosophie des sports
Horst "Hotti" Käsler, geboren am heutigen Tag vor 100 Jahren, feierte seine größten Triumphe in den 1950er Jahren. Als Spieler der deutschen Nationalmannschaft, für die er in 44 Länderspielen 87 Tore erzielte, war er maßgeblich am Gewinn der Feldhandball-Weltmeisterschaft 1955 beteiligt. Die Silbermedaille bei der WM 1954 und die Bronze-Medaille 1958 zeugen von seiner sportlichen Klasse. Aber Käsler verstand den Sport weit über den reinen Sieg hinaus. Seine Worte aus dem Jahr 1958, in denen er betonte, dass ein herzlicher Glückwunsch an den Gegner nach einem gewonnenen Spiel ebenso wichtig sei wie das Tor selbst, offenbaren seine tiefgreifende Überzeugung von der moralischen Bedeutung des Handballspiels.
Seine Karriere als Spielertrainer beim Berliner SV 1892 brachte ihm zwei deutsche Meistertitel im Hallenhandball ein, was seinen Einfluss auf das Spiel zusätzlich unterstreicht. Auch wenn der BSV 92 unter seiner Leitung 1967 als Tabellenletzter aus der Feldhandball-Bundesliga Süd abstieg, blieb Käsler seiner sportlichen Vision treu.

Von der studenten-wm zum dhb-bundestrainer
Käsler engagierte sich stets für die Förderung des Handballsports in Deutschland. Bereits 1963 führte er als Disziplinchef Handball die Studenten-Nationalmannschaft bei der WM-Premiere in Schweden an und feierte zwei Jahre später in Madrid den Weltmeistertitel. Von 1972 bis 1974 wirkte er als dritter DHB-Bundestrainer, wobei die Mannschaft bei der WM 1974 den neunten Platz belegte. Sein Engagement für den Deutschen Handballbund reichte weit über seine Zeit als Bundestrainer hinaus. Er war im Lehr- und Schiedsrichterwesen tätig und initiierte Fachleitertagungen, stets bestrebt, die Qualität des deutschen Handballsports zu verbessern.
Armin Emrich, einst unter Käsler Nationalspieler, würdigt seinen Mentor: „Horst Käsler war ein sehr engagierter Trainer, der für den Handball brannte. Er war gerade uns jungen Spielern sehr zugewandt und hat uns aufgebaut.“ Käsler hinterließ ein Vermächtnis, das weit über seine sportlichen Erfolge hinausgeht – ein Vermächtnis der Fairness, der Leidenschaft und der unermüdlichen Förderung des deutschen Handballsports.
Die „Horst-Käsler-Sporthalle“ in Schmargendorf, Berlin, erinnert seit 1991 an seine Verdienste. Ein Ort, der nicht nur für sportliche Aktivitäten, sondern auch für die Werte steht, für die Horst Käsler ein Leben lang gekämpft hat.
