Handball-juwel tucholke: verletzung stoppt traum vom nationalteam

Ein Schock für den deutschen Handball-Nachwuchs: Marlene Tucholke, das Ausnahmetalent aus der Handball-Bundesliga, musste kurz vor ihrem ersten Einsatz im A-Nationalteam eine schmerzhafte Verletzung verkraften. Der Aufstieg mit dem HC Leipzig in die Bundesliga und die vielversprechende Nominierung in den erweiterten Kader scheinen nun erstmal in weite Ferne gerückt zu sein.

Die junge rückraumspielerin kämpft sich zurück

Die 18-jährige Tucholke, die gerade erst mit der U19-Nationalmannschaft den EM-Titel feierte, gilt als eines der größten Talente im deutschen Handball. Ihre Leistungen im Trikot des HC Leipzig waren beeindruckend: 41:5 Punkte sprechen eine deutliche Sprache und katapultierten die Sächsinnen an die Spitze der Tabelle. Doch beim wichtigen Derby gegen den HC Rödertal, einem weiteren Top-Team der zweiten Liga, musste Tucholke aufgrund eines Sprunggelenksanfalls zusehen, wie ihre Mannschaft sich mühsam mit 30:28 durchsetzte.

"Es war natürlich wahnsinnig emotional und hat unglaublich viel Spaß gemacht, das Derby von außen zu verfolgen," so Tucholke, die die Situation offen thematisierte. "Klar, es schmerzt, nicht selbst auf dem Feld zu stehen und gemeinsam mit unseren Fans zu feiern. Aber ich bin zuversichtlich und feuere die Mädels von draußen an." Das Comeback rückt zwar in die Ferne, doch der feste Wille der jungen Spielerin ist unverkennbar.

Die enttäuschung der nationalmannschafts-nominierung

Die enttäuschung der nationalmannschafts-nominierung

Die Einladung in den A-Nationalmannschaftskader, die Tucholke "ganz klassisch durch einen Anruf" erhielt, war ein weiterer Höhepunkt in ihrer bisherigen Karriere. Bundestrainer Markus Gaugisch hatte ihre Leistungen in den letzten Jahren gewürdigt und ihr das Vertrauen ausgesprochen. Doch die Sprunggelenksverletzung zwang sie, kurzfristig abzusagen. Ein herber Schlag für das Talent, das sich mit dem Vorbild der dreifachen Handball-Weltspielerin Henny Reistad identifiziert und davon träumt, selbst einmal Weltmeisterin zu werden.

Tucholke gibt sich jedoch kämpferisch: "Die Nominierung war nur ein erster Schritt. Ich muss mir die nächste Chance erneut erarbeiten." Ihr Ziel ist klar: Der Aufstieg mit dem HC Leipzig in die Bundesliga, eine starke Weltmeisterschaft mit der U20 und letztendlich der Traum vom Olympia-Einsatz und dem Champions-League-Spiel. "Ich setze mir dabei keine Grenzen und möchte einfach alles erreichen."

Die Verletzung mag den Weg verlangsamen, doch der unbändige Wille und die ambitionierten Ziele von Marlene Tucholke lassen darauf schließen, dass ihr Stern im deutschen Handball noch lange hell leuchten wird. Die Handball-Fans dürfen gespannt sein, welche Erfolge die junge Rückraumspielerin in Zukunft feiern wird.