Handball-giganten stolpern: polen, serbien und co. kämpfen schon jetzt um die wm 2027
Die letzte Europameisterschaft war ein K.o.-Schlag für einige Größen des europäischen Handballs. Polen, Serbien, Montenegro – allesamt mussten sie sich mit enttäuschenden Platzierungen begnügen und stehen nun vor einem Frühjahrs-Marathon, der sie schon im April 2025 an den Rand der WM 2027 in Deutschland bringen könnte.
Die erste Runde der Qualifikation ist gespielt, der erste Schritt getan. Aber die Spannung bleibt. In der zweiten Runde geht es um nichts weniger als den Traum von einem Ticket zur Weltmeisterschaft auf heimischem Boden. Und die Ausgangslage ist alles andere als komfortabel für die ehemaligen Mitfavoriten.
Dejan milosavljev rettet montenegro mit 21 paraden
Montenegro trat in Finnland an – und hatte einen Helden in den eigenen Reihen. Dejan Milosavljev, Torhüter von RK Vojvodina, zeigte eine Gala-Vorstellung und entschärfte 21 Würfe. Das rettete den 36:32-Auswärtssieg und damit eine komfortable Ausgangsposition für das Rückspiel. Luka Radovic und Co. wissen: Ein Tor Vorsprung ist nichts, aber mit diesem Selbstvertrauen ist mehr drin.
Polen hingegen zeigte sich in Lettland von einer effizienten Seite. Kamil Syprzak, nach langer Verletzungspause zurück im Nationalteam, steuerte fünf Tore bei. Mikolaj Czaplinski war mit zehn Treffern der Garant für die 33:24-Kanone. Torwart Mateusz Zembrycki hielt mit neun Paraden und einer Fangquote von 39 Prozent, was zu halten war.

Serbien dominiert litauen und zeigt kampfgeist
Die Serben ließen keine Zweifel aufkommen. 42:25 lautete die deutliche Ansage gegen Litauen. Dragan Pechmalbec war mit zehn Toren der Mann des Spiels, aber es war wieder Dejan Milosavljev, der mit 21 Paraden die Litauer frustrierte. Die Botschaft ist klar: Serbien will zurück auf die große Bühne.
Rumänien gewann in der Türkei mit 37:32. Doruk Pehlivan und Andrei Buzle trafen sich achtmal – ein Duell der Toptorjäger, das Rumänien am Ende für sich entschied. Die Türken müssen im Rückspiel alles raushauen, wollen sie die eigene Halle zum Kochen bringen.

Ukraine verliert in bensheim – slowakei nutzt heimvorteil
Eine Überraschung gab es im hessischen Bensheim. Die Ukraine unterlag der Slowakei mit 24:27. Trotz der 11 Tore von Ihor Turchenko reichte es nicht. Marian Zernovic im Kasten der Slowakei war mit 12 Paraden der Unterschied. Die Ukrainer müssen nun in Bratislauta alles auf eine Karte setzen.
Georgien kassierte daheim gegen Israel eine 29:32-Niederlage. Giorgi Tskhovrebadze war mit zwölf Treffern zwar bester Werfer, aber die israelische Abwehr stand kompakt. Für Georgien wird es eng – ein Ausscheiden wäre das vorzeitige Aus für die Heim-WM-Träume.
Griechenland setzte sich gegen Belgien durch – 29:26. Achilleas Toskas traf achtmal, ein Ex-Stuttgarter mit Weitblick. Belgien kam nicht ran, auch nicht durch die 13 Tore von Raphael Kotters.

Die rückspiele entscheiden über das weiterkommen
Am Samstag und Sonntag stehen die Rückspiele an. Israel muss in Georgien gewinnen, die Türkei muss Rumänien bezwingen. Polen, Serbien, Montenegro – alle haben eine gute Ausgangsposition, aber im Handball zählt nur das Ergebnis über 60 Minuten. Die Anspannung steigt, die Tickets für Deutschland sind begehrt.
Die WM 2027 rückt näher. Für manche Nation ist sie schon jetzt ein Spiel mit dem Feuer. Die Qualifikation ist kein Schritt, sondern ein Sprung. Und die erste Hürde ist höher, als viele dachten.
