Handball-finale: pyro-chaos zwingt zur wiederholung!
Serbiens Handball-Szene steht Kopf: Das Finale um die Meisterschaft zwischen RK Vojvodina und Partizan Belgrad muss aufgrund von Zuschauerausschreitungen wiederholt werden. Ein pyrotechnischer Vorfall in der 15. Minute des zweiten Spiels führte zu einer dramatischen Unterbrechung und einer umstrittenen Wertung zugunsten von Partizan – eine Entscheidung, die nun revidiert wird.
Ein spielabbruch mit folgen
Die Ereignisse eskalierten am Mittwochabend, als zwei Böller in die Menge geworfen wurden. Die Partie musste daraufhin abgebrochen und Partizan Belgrad zum Sieger erklärt werden, nachdem sie das Hinspiel bereits deutlich mit 33:27 gewonnen hatten. Doch die Freude der Hauptstadtstädter währte nur kurz. Vojvodina forderte vehement eine Wiederholung des Spiels, und die Liga reagierte prompt.
Fran Mileta, Rechtsaußen von Vojvodina und bis Sommer 2024 beim deutschen Zweitligisten TuS Vinnhorst aktiv, erlitt durch die Detonationen ein Knalltrauma und musste zur Behandlung in eine Klinik gebracht werden. Der Vorfall löste eine Welle der Empörung aus und offenbarte die prekäre Lage des serbischen Handballs.
Die sozialen Medien kochten nach dem Abbruch. Beide Teams lieferten sich via Instagram hitzige Wortduelle, wobei Vojvodina die Verantwortung für die gesundheitlichen Probleme ihres Spielers betonte. Liga-Boss Vladimir Knezic erließ daraufhin eine überraschende Entscheidung: „Das zweite Spiel des Playoff-Finals – Vojvodina gegen Partizan – wird aufgrund des endgültigen Abbruchs, an dem keine der beiden Mannschaften die Schuld trägt, nicht gewertet, stattdessen wird ein neues Spiel ausgetragen.“

Neuauflage unter ausschluss der öffentlichkeit
Das Wiederholungsspiel findet bereits am Montag um 19:00 Uhr in der „Sportska hala Slana Bara“ in Novi Sad statt, dem Heimstadion von Vojvodina. Allerdings wird die Partie unter Ausschluss der Öffentlichkeit ausgetragen, ohne Zuschauer. Um die Sicherheit zu gewährleisten und weitere Vorfälle zu vermeiden, dürfen lediglich jeweils 20 Personen pro Team anwesend sein. Das Schiedsrichter-Duo Marko Boricic und Dejan Markovic wird die Neuauflage leiten.
Die Entscheidung der Liga ist ein deutliches Signal, dass Gewalt und Pyrotechnik im serbischen Handball keinen Platz haben. Ob die Wiederholung das Klima zwischen den beiden Vereinen verbessern wird, bleibt abzuwarten. Fest steht: Der Kampf um die Meisterschaft ist noch lange nicht entschieden und verspricht ein dramatisches Finale.
