Handball-derby: phantomtor sorgt für aufsehen – dhb nimmt stellung

Südwestfalenderby endet mit fragwürdigem unentschieden

Das Zweitliga-Derby zwischen der Eintracht Hagen und dem TuS Ferndorf endete mit einem umstrittenen 32:32. Grund dafür war ein fälschlicherweise vom Kampfgericht notierter Treffer, der nie gefallen ist. Die Entscheidung hat für hitzige Diskussionen gesorgt und nun eine Stellungnahme des Deutschen Handballbundes (DHB) nach sich gezogen.

Der vorfall: ein tor, das nie war

Der vorfall: ein tor, das nie war

In der 42. Minute sah das Kampfgericht einen Treffer von Finn Scharnweber (TuS Ferndorf), der in Wirklichkeit ins Aus ging. Dieser wurde fälschlicherweise als 23:23-Ausgleich gewertet. Die Schiedsrichter hatten die Situation nicht erkannt und das Spiel nicht mit Anwurf fortgesetzt. Videoaufnahmen des Streamingdienstes Dyn bestätigen dies.

Hagens präsident verurteilt die entscheidung

Hagens präsident verurteilt die entscheidung

Detlef Spruth, Präsident der Eintracht Hagen, äußerte sich nach dem Spiel scharf: „Das ist eine Schande!“ Die falsche Torzählung warf einen Schatten auf das ansonsten spannende Derby und sorgte für große Verärgerung im Lager der Hagener.

Dhb leitet sofortige analyse ein

Dhb leitet sofortige analyse ein

Bereits am Freitagabend begann Jutta Ehrmann, Leiterin des Schiedsrichterwesens des DHB, mit der Analyse des Vorfalls. Beteiligt waren Zeitnehmerin, Sekretärin und Delegierte. Die klare Erkenntnis: Das Kampfgericht hat ein Tor wahrgenommen, das schlichtweg nicht existierte. Der DHB bedauert die Fehlentscheidung und kündigt eine interne Aufarbeitung an.

Sportgericht entscheidet über wertung und wiederholungsspiel

Sportgericht entscheidet über wertung und wiederholungsspiel

Die Entscheidung über die Wertung des Spiels und ein mögliches Wiederholungsspiel liegt nun beim Sportgericht. Voraussetzung dafür ist der fristgerechte Einspruch der Eintracht Hagen. Der DHB erwartet einen sportlich-fairen Umgang miteinander, trotz der Umstände.

Eintracht hagen kündigt einspruch an

Eintracht hagen kündigt einspruch an

Sebastian Schneider, Geschäftsführer der Handball-Förder gGmbH der Eintracht, hatte bereits am Freitagabend angekündigt, Einspruch einzulegen. Bislang wurde der Einspruch jedoch nur angekündigt, um die Option offen zu halten. Der formelle Einspruch muss innerhalb von drei Tagen beim DHB eingegangen sein. Ähnliche Fälle in der Vergangenheit, wie das Wiederholungsspiel zwischen TUSEM Essen und Dessau-Roßlauer HV, zeigen, dass solche Verfahren auch länger dauern können.

Erinnerungen an das wiederholungsspiel tusem essen – dessau-roßlauer hv

In der vergangenen Saison führte ein ähnlicher Fall zu einem Wiederholungsspiel. Die Partie vom 27. April wurde erst nach dem letzten Spieltag wiederholt, nachdem die Einspruchsfristen abgelaufen waren. Das jetzige Verfahren wurde bereits zwei Monate früher eingeleitet. Die Komplexität solcher Fälle erfordert eine sorgfältige Prüfung durch das Sportgericht.

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