Handball-bundesliga: wer räumt ab – und wer geht leer aus?
Die Debatte um die internationalen Startplätze in der Handball-Bundesliga brodelt – und die neue Auslosung für die EHF European League wirft weitere Fragen auf. Was bedeutet das für die Top-Teams und ihre Ambitionen in der kommenden Saison?
Die neue ordnung: weniger deutsche teams in der champions league?
Noch vor wenigen Wochen schien die Verteilung der internationalen Plätze klar, doch die Reformen in der Champions League und European League haben die Situation deutlich komplizierter gemacht. Während die Bundesliga in der Vergangenheit von sechs Startplätzen profitierte – zwei in der Champions League dank der Spitzenposition in der Dreijahreswertung und ein weiterer durch Flensburgs Triumph beim Final4 – sieht es nun anders aus.
Ein EHF-Sprecher bestätigte: „Der Bundesliga stehen fünf Fixplätze zur Verfügung: ein Platz in der EHF Champions League und vier in der EHF European League.“ Doch es gibt eine entscheidende Änderung: Der DHB kann nun bis zu zwei „Upgrade-Requests“ für die Champions League einreichen, allerdings nur, wenn die Bundesliga zu den Top-10-Nationen im Ranking gehört – was derzeit der Fall ist. Die Königsklasse ist auf maximal drei Teams pro Verband begrenzt.
Wie viele deutsche Teams können also tatsächlich in der Champions League spielen? Die Antwort ist kompliziert und hängt von den Leistungen der Bundesliga-Teams in den europäischen Wettbewerben ab. Ein Triumph der Füchse Berlin in der Champions League oder der Siege von Kiel, Flensburg, Melsungen oder Hannover in der European League könnten den Sprung in die Königsklasse ermöglichen.

Die european league: ein kampf um plätze und wildcards
Auch in der European League verschärft sich der Wettbewerb. Mit 32 Teams und einer Qualifikation von 36 Teams entstehen Engpässe, die durch die Aufstiege in die Champions League noch verstärkt werden. Hier kommt die EHF ins Spiel, die „Wildcard-Plätze“ vergeben kann.
Christoph Schindler, Geschäftsführer von Gummersbach, sieht die Dinge pragmatisch: „Platz drei in der Bundesliga sollte höher gewertet werden als der Sieg in der European League.“ Ein Statement, das die Rivalität zwischen den Teams und die unterschiedlichen Strategien verdeutlicht.

Entscheiden instagram-likes über die vergabe der startplätze?
Die EHF betont, dass die Vergabe von Upgrades und Wildcards nicht allein von sportlichen Erfolgen abhängt. Vielmehr werden „sportliche, wirtschaftliche und organisatorische Aspekte“ berücksichtigt. Dazu gehören die Qualität der Spielstätte, die TV-Rechte, die Zuschauerzahlen, die Ergebnisse in EHF-Wettbewerben der letzten drei Jahre, die Professionalität des Vereins und – ja – auch die Präsenz in den sozialen Medien.
Der Kriterienkatalog wird derzeit überarbeitet und im April von der EHF-Exekutive bestätigt. Es bleibt also spannend, wie die Bundesliga ihre Upgrade-Anträge formulieren wird und welche Teams am Ende die internationalen Bühne betreten dürfen.
Aktuell führen SC Magdeburg die Bundesliga an, gefolgt von Flensburg, Berlin, Kiel und Lemgo. Doch die Frage ist nicht, wer die Liga dominiert, sondern wer die EHF von seinem Wert als internationaler Botschafter überzeugen kann.
