Handball-bundesliga nach der em: volle kraft voraus – kein platz für em-blues
- Handball-deutschland im dauerlauf: die bundesliga ist zurück!
- Keine übergangsphase: der liga-alltag kennt keine gnade
- Die mentale belastung nach der em
- Kiel und flensburg-handewitt mit startschwierigkeiten
- Die bundesliga belohnt konstanz, nicht em-erfolge
- Spitzenspiele und internationale ambitionen
- Ein nahtloser übergang: von em-euphorie zum liga-alltag
Handball-deutschland im dauerlauf: die bundesliga ist zurück!
Sechs Tage, drei Hallen, 1.450 Kilometer – die Handball-Bundesliga nimmt nach der EHF EURO 2026 sofort wieder Fahrt auf. Eine englische Woche, Spitzenspiele und der Transfer-Schluss liegen vor uns. Während die Emotionen der Europameisterschaft noch nachklingen, kehrt der Liga-Alltag mit voller Wucht zurück. Es gibt kaum eine schönere Werbung für den deutschen Handball, als die EM-Stars so schnell wieder auf der Platte zu sehen.

Keine übergangsphase: der liga-alltag kennt keine gnade
Dyn-Moderatorin Lea Rosteck beobachtet in ihrer Kolumne „aus dem Off“ eine Liga, die keine Zeit für eine sanfte Rückkehr lässt. Nur neun Tage nach dem EM-Finale rollt der Ball bereits wieder. Die Spieler müssen von einzigartigen Erlebnissen oder bitteren Enttäuschungen direkt zurück in den Vereinsalltag finden – oft unter veränderten Bedingungen, während im Hintergrund an den Kadern gefeilt wird, um Verletzungen zu kompensieren und die Saisonziele nicht zu gefährden.

Die mentale belastung nach der em
„Es ist nicht so einfach“, erklärt Vize-Europameister Lukas Zerbe vor dem Spiel der RheinNeckar Löwengegen den THW Kiel. Der sportliche Leiter der Löwen, Uwe Gensheimer, bestätigt aus eigener Erfahrung, dass die Spieler neben der physischen Belastung auch einer enormen mentalen Herausforderung ausgesetzt sind. Es bleibt kaum Zeit für eine längere Pause. „Mit einer Medaille ist es einfacher, wieder ins Vereinstraining einzusteigen“, so Zerbe, der eine silberne Medaille aus Dänemark mitgebracht hat.
Kiel und flensburg-handewitt mit startschwierigkeiten
Der THW Kiel, mit insgesamt zehn EM-Fahrern im Kader, tat sich beim Sieg in Mannheim schwer. „Wir sind noch nicht da“, beklagte Trainer Filip Jicha früh in der ersten Auszeit. Ähnlich erging es der SG Flensburg-Handewitt in Gummersbach: Mit acht Medaillengewinnern, darunter fünf dänischen Europameistern (ohne den verletzten Lukas Jörgensen), kassierte die SG die höchste Saisonniederlage. „Wir sind nicht mal auf 80 Prozent gekommen“, kritisierte Kapitän und EM-Silberheld Johannes Golla.
Die bundesliga belohnt konstanz, nicht em-erfolge
Die Bundesliga kennt keine Übergangsphase. Wer nicht zu 100 Prozent bereit ist, wird bestraft. Es zählt nicht, was man vor wenigen Wochen bei der EM geleistet hat, sondern was man in 60 Minuten auf die Platte bringt, egal welcher Gegner einem gegenübersteht. Ist sie nicht gerade deswegen die stärkste Liga der Welt? Die EM als Ausrede? Das lässt Trainer Aleš Pajovic nicht gelten.
Spitzenspiele und internationale ambitionen
Auch der Re-Start nach einem Großturnier bringt sofortige Herausforderungen auf höchstem Niveau mit sich. Tabellenführer SC Magdeburg startete mit einem souveränen Sieg gegen den Drittplatzierten TBV Lemgo Lippe ins neue Jahr – trotz ligaweiter Bestmarke von dreizehn EM-Fahrern im Kader. Am Sonntag folgt das Spitzenspiel in Kiel, Rekordmeister gegen amtierenden Champions-League-Sieger. Für die Zebras sind Punkte im Kampf um das internationale Geschäft essentiell, für die verhoffte Rückkehr in die Champions League. Der SCM will seinen Vorsprung an der HBL-Spitze ausbauen und träumt vom nächsten Titel nach der verpassten Meisterschaft in der vergangenen Saison.
Ein nahtloser übergang: von em-euphorie zum liga-alltag
Auch für uns bedeutet das: ein nahtloser Übergang. Eben noch EM-Euphorie, jetzt wieder Platzierungsdruck und Vertragsdaten. Kein Medaillen-Pathos mehr, sondern Liga-Realität. Diese Woche ist ein Reality-Check für alle Beteiligten. Doch die EM hat eine Handball-Euphorie entfacht, und diese wollen wir im Bundesliga-Alltag am Leben erhalten.
