Handball em fieber: deutschland im final-rausch? krickau packt aus!

Handball-em am höhepunkt: wer holt gold?

Die Handball-EM steht kurz vor dem dramatischen Finale! deutschland, Island, Kroatien und Dänemark kämpfen um die begehrten Medaillen. Ein besonders interessierter Beobachter ist Nicolej Krickau, Trainer der Füchse Berlin. Er war bereits in der Vorrunde vor Ort und reist nun erneut zur Finalrunde. Was sagt der Experte zu diesem Turnier?

Krickau: „unterhaltsamer als jede wm!“

Krickau: „unterhaltsamer als jede wm!“

„Als neutraler Beobachter finde ich die EM äußerst unterhaltsam“, so Krickau. „Eine Weltmeisterschaft ist oft bis zum Viertelfinale eher zäh. Hier hingegen ist die Konkurrenzfähigkeit der Teams deutlich höher und die Spiele bieten viel Entertainment. Das ist genau das, was unser Sport braucht, um zu leben und zu wachsen!“ Die Spannung ist spürbar.

Das niveau: top-teams und überraschungen

Das niveau: top-teams und überraschungen

„Die absolute Top-Qualität war in einigen Spielen leider nicht zu finden, was aber bei der hohen Belastung der Spieler nicht ungewöhnlich ist“, analysiert der Trainer. „Die Gruppe mit Dänemark, Frankreich, deutschland, Portugal und Norwegen war individuell stärker, aber die Leistungen von Island, Schweden und Kroatien waren ebenfalls sehr spannend und überraschend.“

Taktische kniffe und das „magdeburg“-phänomen

Krickau bemerkt interessante taktische Entwicklungen: „Die Underdog-Teams, wie die Färöer, waren mit dem 7 gegen 6 sehr erfolgreich. Das ist ein gutes Werkzeug, um Spiele zu gewinnen, aber es ist schwierig, viele Variationen zu trainieren.“ Besonders auffällig: „In den Auszeiten hört man immer wieder ‚Magdeburg‘ – das ist ein Stoßen-Rückstoßen mit Kreisläufersperre auf Position 4, das Gísli Kristjánsson gern spielt.“

Dänemark: noch kein champagner-handball

Dänemark macht bisher nur das Nötigste“, erklärt Krickau. „Sie spielen noch keinen wunderschönen Champagner-Handball wie bei der WM, aber sie haben bewiesen, dass sie kämpfen können. Mathias Gidsel ist der Schlüsselspieler und zeigt wieder einmal seine Klasse.“ Welche deutschen Spieler würden in Dänemark passen? Andi Wolff im Tor und Johannes Golla am Kreis, sowie Nils Lichtlein im Angriff.

Deutschland: fehlende klarheit und der gislason-effekt

„Abwehr und Torhüter waren wie erwartet stark“, lobt Krickau. „Gegen Serbien hätte das 7 gegen 6 eine Option sein können. Im Angriff fehlt der Mannschaft manchmal ein Werkzeugkasten. Gegen Dänemark hätten sie gewinnen müssen! Es fehlt an Sicherheit und Klarheit, wer in entscheidenden Momenten spielt.“ Alfred Gislason habe das Problem, kein klares A-Team zu haben.

Die top-performer der em

Krickau nennt seine Favoriten: „Julian Köster, Johannes Golla, Justus Fischer (deutschland), Lukas Sandell (Schweden), Oli Mittun (Färöer), August Pedersen (Norwegen), Emil Jakobsen und Niclas Kirkeløkke (Dänemark) und Dika Mem (Frankreich) haben mir gefallen.“

Videobeweis: chaos und frustration

„Der Videobeweis ist gut gemeint, aber schlecht umgesetzt“, kritisiert Krickau. „Er hat in der ersten Turnierwoche Chaos gestiftet und zu übertriebenen Zeitstrafen geführt. Die Schiedsrichter haben ihn oft als Ausrede genommen. Ich plädiere für eine Challenge für die Trainer, zwei pro Spiel, das wäre gerechter.“

Krickaus allstar-team

PositionSpieler
TorAndi Wolff
LinksaußenAugust Pedersen
HalblinksSimon Pytlick
MitteAymeric Minne
KreisJohannes Golla / Luís Frade
RückraumrechtsMathias Gidsel
RechtsaußenYanis Lenne