Hakimi trotz vorwürfen glänzt: marokko siegt, trainer verteidigt superstar

Foxborough – Achraf Hakimi, der marokkanische Nationalspieler und Shootingstar von Paris Saint-Germain, steht im Fokus eines heftigen Skandals. Vergewaltigungsvorwürfe in Frankreich überschatten seine Leistungen, doch auf dem Platz zeigte er Kampfgeist und Professionalität – und sein Trainer steht ihm dabei bedingungslos zur Seite.

Die kabine als zufluchtsort: hakimi fokussiert und entschlossen

Die kabine als zufluchtsort: hakimi fokussiert und entschlossen

Nach dem knappen 1:0-Sieg Marokkos gegen Schottland bei der Weltmeisterschaft in Foxborough betonte Nationaltrainer Mohamed Ouahbi die beeindruckende Haltung seines Kapitäns. „Er war in der Kabine präsent, fokussiert und entschlossen, eine große Leistung zu bringen. Das hat er getan, und deshalb gibt es nichts weiter zu sagen“, erklärte Ouahbi. Die Anschuldigungen, die gegen Hakimi erhoben wurden – eine 24-jährige Frau soll 2023 im Großraum Paris vergewaltigt worden sein – scheinen den Rechtsverteidiger bei der WM offenbar nicht zu beeinflussen, zumindest äußerlich.

Doch es gibt einen Detail, der die Situation noch komplizierter macht. Die Fans im Stadion pfiffen Hakimi regelmäßig aus, eine ungewöhnliche Situation für einen Spieler seiner Statur. Hakimi, Afrikas Fußballer des Jahres, musste diese Anfeindungen ertragen, während sein Trainer sich ihm mit Nachdruck vorstellte. „Er ist der beste Rechtsverteidiger der Welt und wird das bei dieser Weltmeisterschaft zeigen“, betonte Ouahbi und hob Hakimis Bedeutung für die Mannschaft hervor: „Er ist eine sehr wichtige Person für mich, für den Stab, für die Spieler, für die marokkanische Mannschaft.“

Das Berufungsgericht Versailles hatte am Freitag die Anklage wegen Vergewaltigung bestätigt, weshalb sich Hakimi nun vor Gericht verantworten muss. Der ehemalige Dortmunder bestreitet den Vorwurf vehement. Ouahbi versicherte, dass Hakimi „es gut“ habe und sich trotz der Belastung voll auf das Spiel konzentriert habe. „Er ist heute Morgen aufgewacht, hat wie alle anderen gefrühstückt, sich auf das Spiel vorbereitet und alle motiviert“, so der Trainer.

Marokko steht nun vor einer entscheidenden Aufgabe. Nach einem Unentschieden gegen Brasilien und dem Sieg gegen Schottland hat das Team vier Punkte auf dem Konto. Am kommenden Mittwoch in Atlanta trifft Marokko im letzten Spiel der Gruppe C auf Haiti. Die kommenden Tage werden zeigen, wie sich die Vorwürfe gegen Hakimi auf seine Leistung und die Moral der Mannschaft auswirken werden. Ein Sieg gegen Haiti würde Marokko den Einzug ins Achtelfinale praktisch sichern – eine willkommene Ablenkung von den dramatischen Geschehnissen abseits des Platzes.