Hajrizi kassiert 69 fouls – wer die prügel der liga einsteckt

Nach 28 Spieltagen in der Super League zeichnet sich ein bemerkenswertes Muster ab: Die Spieler, die am häufigsten gefoult werden, sind nicht zwingend die spektakulärsten Dribbler – sondern oft jene, die dem Gegner schlicht am meisten wehtun. Und an der Spitze dieser unrühmlichen Statistik steht ein Mann, den man dort vielleicht nicht erwartet hätte.

Hajrizi führt das ranking mit beeindruckender konsequenz an

Kreshnik Hajrizi vom FC Sion ist der meistgefoulte Spieler der laufenden Saison. 69 Mal musste der Innenverteidiger bislang regelwidrig gestoppt werden – das entspricht fast drei Fouls pro Spiel. Unter Trainer Didier Tholot ist der Defensivmann gesetzt, hat in 25 von 28 Partien gespielt und offenbar eine ganz besondere Fähigkeit entwickelt: Er macht Gegenspieler nervös. Nicht mit Dribblings, nicht mit Tempodribblings – sondern mit seiner Präsenz. Die Fouls sind das Geständnis der Gegner.

St. gallen lässt sich nur mit regelbrüchen stoppen

St. gallen lässt sich nur mit regelbrüchen stoppen

Hinter Hajrizi folgen gleich zwei Espen. Lukas Görtler wurde 64-mal gefoult, Hugo Vandermersch steht bei 60 Fouls. Das ist kein Zufall. Die dynamische, vertikale Spielweise des FC St. Gallen zwingt Gegner dazu, das Spiel mit unlauteren Mitteln zu unterbrechen – weil sie es mit fairen schlicht nicht können. Wenn zwei Spieler desselben Teams in den Top drei dieser Statistik auftauchen, sagt das mehr über die Qualität ihres Fußballs aus als jede Tabelle.

Den vierten Platz belegt Alexandre Jankewitz vom FC Winterthur mit 59 Fouls. Sein Name überrascht in dieser Auflistung – Winterthur ist nicht gerade für spektakulären Offensivfußball bekannt. Jankewitz aber scheint dem Gegner regelmäßig genug Unbehagen zu bereiten, um ihn zum Foulspiel zu verleiten. Das verdient Respekt.

Chouaref schließt die runde – und das überrascht niemanden

Chouaref schließt die runde – und das überrascht niemanden

Ilyas Chouaref komplettiert die Top fünf mit 53 Fouls. Der quirlige Flügelspieler ist für seine Unberechenbarkeit bekannt – und genau das macht ihn für Verteidiger zum Problem. Wer ihn nicht mit Technik aufhalten kann, greift eben zum Ellenbogen. So funktioniert Fußball. Und so funktioniert Chouaref: Er zwingt andere dazu, ihr schlechtestes Spiel zu zeigen.

Diese Zahlen sind mehr als eine Randnotiz. Sie sind ein Röntgenbild der Liga – und zeigen, wer wirklich unbequem ist.