Haix stürmt als gründungspartner in münchens handball-revolution

München wird zur Handball-Wüste, obwohl hier jeden Tag Tausende Kinder mit dem Ball auf dem Asphalt jonglieren. Jetzt schlägt Haix zu – und zwar mit dem Stiefel, den man sonst auf der Wiesn nur unter Lederhosen sieht.

Der Mainburger Schuh- und Bekleidungsspezialist springt als erster Gründungspartner in die von Dominik Klein und Steffen Weinhold initiierte Handballgemeinschaft München (HGM). Kein kleiner Schritt für eine Region, die bisher als größter „weißer Fleck“ auf der deutschen Profihandball-Landkarte gilt. Bayern ohne Bundesliga-Standort – das ist, als gäbe es in Berlin kein Currywurst-Buden-Vergnügen.

Die vision: spitzenhandball statt pendlerkarrieren

Klein und Weinhold kennen das Problem aus eigener Leidenschaft. „Ich musste damals weit weg, um auf Top-Niveau spielen zu können“, sagt Weinhold, der sich mit dem THW Kiel europäische Lorbeeren holte. Jetzt wollen die beiden Ex-Nationalspieler Talente vor Ort halten – statt sie ins Ausland oder nach Norddeutschland abschieben zu müssen.

Die HGM ist kein klassischer Verein, sondern ein living Lab: Kooperationen mit Amateurclubs, Campus für Nachwuchstalente, ein Netzwerk aus Schulen, Firmen und Fan-Clubs. Haix liefert nicht nur die Stiefel, sondern auch Know-how aus dem Profisport – schon jetzt ausgestattet: THW Kiel und FC Bayern Basketball.

Michael Haimerl, Gesellschafter und Geschäftsführer von Haix, formuliert das Credo schlicht: „Wir wollen mitwachsen, nicht nur mitzahlen.“ Eine Ansage, die in München selten ist, wo Sponsoren oft nur dann springen, wenn der Titel schon in der Vitrine steht.

Der zeitplan: 2025 soll der durchbruch kommen

Der zeitplan: 2025 soll der durchbruch kommen

Intern heißt es: 2025 will die HGM erstmals Frauen- und Männermannschaften in der 3. Liga anmelden. Bundesliga soll folgen – wenn die Infrastruktur steht, die Fans mitziehen und weitere Investoren einsteigen. Die Kasse ist noch nicht prall gefüllt, aber die Idee ist es: Handball als Teil der Münchner DNA, nicht nur als Randnotiz zwischen FC Bayern und Oktoberfest.

Die erste Testphase läuft schon. Im Sommer trainieren 120 Kinder und Jugendliche auf dem Campus in München-Freimann. Drei Hallen, acht Stunden am Tag, dazu Mentalcoach und Ernährungsberatung. Klein nennt das „Talenteschmiede statt Talentschande“.

Und Haix? Die Firma liefert nicht nur Schuhe, sondern auch ein Stück bayrische Gelassenheit. „Wir sind kein Konzern, der nach Quartalszahlen denkt“, sagt Haimerl. „Wir denken in Generationen.“ Ein Satz, der in der schnellen Sportbusiness-Welt fast schon revolutionär klingt.

Die Rechnung ist einfach: Wenn München klappt, könnte der Modellcharakter nach Stuttgart, Köln oder Frankfurt springen. Dann wäre der „weiße Fleck“ nicht mehr München, sondern die ganze Bundesrepublik – bis auf die Nordlichter natürlich.

Die Uhr tickt. In zwei Jahren will die HGM in der 3. Liga spielen. In fünf Jahren in der Bundesliga. Und irgendwann vielleicht mit einem eigenen Hallen-Klub in der Münchner Olympiahalle. Bis dahin müssen nicht nur die Schuhe halten, sondern auch die Nerven. Doch eines steht fest: Wer jetzt einsteigt, kann später sagen: Ich war dabei, als München wieder handballbegeistert wurde.