Häfner-bombe: stuttgart-coach fordert dhb-rückholaktion für wm-held

Kai Häfner ballert wie ein Weltmeister, wird aber wie ein Leihspieler behandelt. 197 Treffer, Platz zwei hinter Welthandballer Mathias Gidsel – und trotzdem kein Platz im DHB-Kader. TVB-Coach Misha Kaufmann platzt nun der Kragen.

„Das ist kein Wunschdenken, das ist Notwehr“, schmettert Kaufmann gegenüber handball-world. Der Schweizer sieht im rechten Rückraum ein offenes Wundenfleisch der Nationalmannschaft. „Gislason hat selbst gesagt, dass er kaum Optionen hat. Dann schaut man doch nicht weg, wenn der beste deutsche Rechtsaußen vor der eigenen Haustür steht.“

Die Zahlen sind brutaler als jede Ansprache. Häfner traf 14-mal öfter als Renars Uscins, 21-mal öfter als Franz Semper – beide Nominierte für das März-Länderspiel gegen Ägypten. Ein Vorsprung, der keinen Millimeter Interpretationsspielraum lässt.

Der 36-jährige, der sich selbst nicht einlöst

Der 36-jährige, der sich selbst nicht einlöst

Häfner selbst wirkt wie ein Mann, der seine eigene Story schon abgeschrieben hat. 2024 legte er die Nationalmannschaft freiwillig ad acta, um Zeit mit Familie und TVB zu gewinnen. Doch das Mantra „Ich bin raus“ klingt mittlerweile wie ein Satz, den er sich selbst einredet. Denn: Eine Backup-Rolle für die Heim-WM 2027 kann er sich vorstellen. Kein Nein, nur ein kleines Ja mit Bauchschmerzen.

Kaufmann spürt die Öffnung. „Kai geht immer ans Telefon. Er hört sich alles an.“ Der Coach schwärmt: „Weltklasse-Spieler, weltklasse Mensch.“ Aber er weiß auch: „Ich darf ihm nichts in den Mund legen.“

Gislasons schweigen ist lauter als jedes statement

Gislasons schweigen ist lauter als jedes statement

Der Bundestrainer duckt sich. Kein Anruf, kein Fühler, kein „Wie wäre es, wenn…?“ Stattdessen setzt er auf Uscins und Semper – zwei Spieler, die zusammen 108 Tore weniger erzielt haben als Häfner. Die WM 2027 rückt näher, das Land wird zum Handball-Fest. Und der effizienteste deutsche Scharfschütze sitzt vorm Fernseher.

Kaufmanns Fazit klingt wie ein Einschüchterungsversuch: „Wenn wir 2027 vor ausverkauften Hallen scheitern, weil der rechte Rückraum versiegt, wird die Frage nicht sein: Warum hat er nicht zurückgeholt? Die Frage wird sein: Warum hat ihn niemand vorher geholt?“