Gus poyet spricht klartext: krise beim betis und das angebot aus china
Schmerzhafte erinnerungen an betis sevilla
Gus Poyet scheut sich nicht, offen über seine schwierige Zeit beim Betis Sevilla zu sprechen. In dem neuen Format ‘SACKED!’ blickt er hinter die Kulissen der Premier League und enthüllt dabei auch persönliche Narben. Besonders schmerzhaft in Erinnerung geblieben ist ihm seine Zeit in Sevilla, bei der er sich selbst für die gescheiterte Strategie verantwortlich macht.

Der fehler mit den „besten“ spielern
„Der schlimmste Moment meiner Karriere war beim Betis“, so Poyet. „Ich habe einen großen Fehler gemacht, den ich damals nicht erkannt habe. Ich habe mich selbst zerstört. Ich wollte die besten Spieler zusammen auf den Platz bringen und habe das System darauf ausgerichtet. Ich habe nicht das beste Team gewählt, sondern die besten Einzelspieler, was ein großer Fehler war und nicht funktionierte.“ Er beschreibt eine dreimonatige Phase der Besessenheit, in der er versuchte, Talent gewaltsam in die Mannschaft zu integrieren.

Die eskapade nach der entlassung
Die Entlassung in Heliópolis traf ihn hart. „Ich wollte nach meiner Entlassung bei Betis von der Bildfläche verschwinden“, gesteht Poyet. „Ich wollte nicht, dass mich ständig nach den Gründen gefragt wird. Jeder rief an, schickte Nachrichten, sah mich auf der Straße und wollte wissen, was in Betis passiert war. Also wollte ich mich verstecken.“ Er floh daraufhin für eine Woche in ein Hotel in Dubai.
Ein überraschendes angebot aus china
Dort, versteckt in Dubai, erhielt Poyet ein unerwartetes Angebot aus China. „Ich lehnte ab, aber dann kam ein weiteres Angebot mit noch mehr Geld. So gingen wir mit all unseren Sachen nach China, aber im Verborgenen. Das Gefühl in mir war so schlecht, dass ich mich verstecken musste. Das war beim Brighton und Sunderland nicht der Fall.“
Juande ramos und die einfachheit
Poyet lobt auch die Arbeit von Juande Ramos und fasst dessen Stärke in drei Worten zusammen: „Einfach. Klar. Kurze Botschaft. Niemand war verwirrt, das war unglaublich.“ Er erinnert sich an die ersten drei Monate unter Ramos, als er von der Klarheit der Anweisungen beeindruckt war. Die Schwierigkeiten begannen jedoch mit der Verpflichtung zahlreicher neuer Spieler wie David Bentley, Luka Modrić und Pavlyuchenko.
Die entlassung in tottenham
Die Entlassung in Tottenham bleibt ihm ebenfalls in Erinnerung. „Es war seltsam, an einem Samstagabend vor einem Spiel im Hotel entlassen zu werden. Ich saß in meinem Zimmer, bekam einen Anruf und wir mussten nach Hause gehen. Es war keine gute Situation. Ich hatte an diesem Samstagabend zehn sehr schlechte Minuten. Ich ging runter und es gab zwei Räume. In einem waren der Präsident Daniel Levy und eine andere Person – ich glaube, es war Paul Barber – und dort waren Juande Ramos und Marcos Álvarez, der Fitnesstrainer. Ich wartete im anderen Raum und dachte: ‘Was passiert hier? Warum bin ich nicht dabei? Ich sollte doch bei ihnen sein.’“
Ein erleichterndes gefühl
„Dann sagte ich: ‘Okay, ich bin entlassen.’ Es war eine Erleichterung, weil ich nicht bleiben wollte. Ich hasse das. Ich bin kein Klubtrainer.“ Poyet beschreibt die zehn Minuten als endlos und die Erleichterung, die er empfand, als er feststand, dass er gehen musste.
