Gummersbach dreht auf: siebter sieg in folge – und melsungen kassiert die quittung

Der VfL Gummersbach spielt sich in Rage. Am 25. Spieltag stoppte der Altmeister die MT Melsungen mit 31:24, baute die Siegesserie auf sieben und schickt damit ein Signal an die komplette Liga: Wir sind zurück im Geschäft.

Köster und co. lassen melsungen alt aussehen

Was für eine Vorstellung des Rückraumduos Julian Köster und Lukas Häseler. Köster traf fünfmal, Häseler legte nach – und das in einem Tempo, das die MT-Defensive permanent einen Schritt zu spät erscheinen ließ. Kuzmanovic hielt im Tor 11 Bälle, ein Wert, der Melsungen frustrierte und Gummersbach beflügelte. Die Rothenbach-Halle in Kassel wurde zur Bühne für einen Auftritt, der an die großen Zeiten erinnert.

Die Gäste aus Gummersbach agierten mit einer Aggressivität, die man so in dieser Saison selten gesehen hat. Jeder Ballgewinn wurde sofort in Tempogegenstöße umgemünzt, die Melsungen hatte keine Antwort. Trainer Emir Kurtagic schüttelte nach dem Abpfiff nur den Kopf: „Wir wollten die Blamage von Skopje vergessen machen, sind aber an Realität gescheitert.“

Eisenach schnappt sich den favoriten – und hannover kassiert spät die klatsche

Eisenach schnappt sich den favoriten – und hannover kassiert spät die klatsche

Die große Überraschung des Freitags lieferte der ThSV Eisenach. Gegen die Rhein-Neckar Löwen reichte ein 29:29, um die Meisterelf aus Heidelberg zu bremsen. David Móré war mit sieben Treffern zwar der beste Löwe, doch Eisenachs Abwehr um Spikic und Seitz ließ keine Kapriolen zu. Die 2.850 Zuschauer in der Werner-Aßmann-Halle feierten am Ende, als hätten sie gewonnen – und das haben sie auch, schließlich steht der Punkt gegen den Spitzenreiter in der Tabelle.

In Hannover ging es zur Sache. Die TSV Hannover-Burgdorf führte lange, doch der HSV Hamburg schlug in der Schlussphase zu. Nicolaj Jörgensen war der Mann des Abends: 14 Treffer, drei davon in der letzten Minute, schraubten den Endstand auf 37:35. Die 10.500 Fans in der ZAG Arena erlebten ein Drama, das sich nicht mehr toppt – und Hamburg klettert damit auf Platz fünf.

Die tabelle verrät: niemand ist sicher

Die tabelle verrät: niemand ist sicher

Die Daikin Handball-Bundesliga ist enger denn je. Gummersbach rückt mit 31 Punkten auf Rang sieben vor, Hannover bleibt mit 26 Zählern im Mittelfeld gefangen. Eisenach feiert mit 20 Punkten den ersten wirklichen Erfolgserlebnis-Tag der Saison. Die Löwen führen zwar weiterhin die Tabelle an, doch der Vorsprung schmilzt. Wer jetzt noch glaubt, dass die Spitze entschieden ist, hat die letzten Wochen nicht verfolgt.

Am Samstag folgt der nächste Schlag. THW Kiel empfängt SG Flensburg-Handewitt – ein Nordderby, das die Liga erbebt. Und am Sonntag steht mit Leipzig gegen Stuttgart ein Kellerduo auf dem Plan, das endlich Luft nach oben braucht. Die Saison ist noch lange nicht gelaufen. Gummersbach hat es vorgemacht: Alles ist möglich.