Guglielmo vicario: vom serie-c-neffen zum spurs-held – zehn geheimnisse des torwarts
London, 29. März 2026, 0:11 Uhr – Guglielmo Vicario lacht nicht über die Frage, ob er jemals zurück nach Italien wechseln will. Er lacht, weil er gerade in der Kabine von Tottenham Hotspur sitzt, die Premier-League-Tabelle offen auf dem Handy, und merkt: Die Insel ist längst seine Insel geworden. Doch der Weg von Udine über Empoli bis zum Nationaltorhüler war kein Zufall. In seiner DNA steckt ein Familiengeheimnis, das erst jetzt ans Licht kommt.
Der onkel, der kein torwart war
Alessandro Bais spielte in den 90ern auf der Zehn, nicht im Tor. Ternana, Serie C, Kreuzband-Tragödie, Karriere-Ende. „Er hätte es bis ganz oben geschafft“, sagt Vicario heute, „wenn das Knie nicht geknackt hätte.“ Bais ist der Grund, warum Guglielmo überhaupt zwischen die Pfosten wechselte. „Onkel Alessandro sagte: Du hast die Augen eines Strafraumdiktators, aber die Reflexe eines Katers. Torwart ist cooler.“ Ein Satz, der das Leben des Neffen verdrehte.
Die beiden reden noch jede Woche. Bais schickt Whatsapp-Videos aus der Friaul-Bar, in der er arbeitet: „Schau, wie deine Paraden die Engländer zum Heulen bringen.“ Empoli, wo Vicario 2024 die Koffer packte, hatte damals schon 27 Millionen Euro Ablöse kassiert. Tottenham zahlte, ohne zu fragen. Die Statistik: 78 Prozent gehaltene Ballschüsse in der Saison 2025/26, kein Keeper in Europas Top-5-Ligen besser.

Mit gebrochenem knöchel gegen die roma
Capodanno 2025. Vicario trägt Schienbeinschoner extra über dem Socken, weil der linke Knöchel nach einem Foul von Ollie Watkins noch immer blau ist. 86. Minute, Conference-League-Achtelfinale, Spurs führen 1:0. Dzeko köpft, Vicario fliegt, landet auf dem verletzten Fuß – Ball pariert. Nach dem Schlusspfiff taumelt er in die Mixed Zone, sagt nur: „Wenn du für England spielst, spielst du mit Schmerzen.“
Diese Mentalität holte ihn ins Azzurri-Trikot. Spalletti nominierte ihn trotz Meret und Donnarumma. Debüt gegen Brasilien, Maracanã, 0:0, drei Glanzparaden. In der Kabine schreibt er sich Hashtags an die Wand: #UdineInLondon #ZioAlessandro100. Hundert saubere Blätter will er erreichen, bevor er 30 wird. Aktuell: 67.

Die rückkehr, die keine ist
Mailand und Rom flüstern. Inter plant nach Sommer 2026, weil Onana nach Afrika-Abenteuer unsicher wirkt. Juventus buhlt, weil Szczesny altert. Vicario lächelt, wenn Reporter „Heimkehr“ sagen. „Heimat ist der Strafraum“, sagt er, „der liegt in N17, nicht im Friaul.“ Seine Freundin hat in Muswell Hill ein Café aufgemacht, sein Hund heißt Hotspur. Der Vertrag läuft 2029, keine Ausstiegsklausel. Daniel Levy verlangt laut Insider 90 Millionen. Italien kann zuschauen.
Die Zahl, die alles erklärt: 1,87 Meter Körpergröße, 1,93 Meter Spannweite. Vicario ist kleiner als Donnarumma, größer als seine Zweifel. In der Premier-League-Statistik führt er die Kategorie „erwartete Tore verhindert“ mit +9,4 an. Übersetzt: Ohne ihn stünde Tottenham auf Platz 12, nicht auf 4.
Heute Nacht gastiert Chelsea im Norden London. Potter wirft Sterling und Nkunku gleichzeitig in den Strafraum, Vicario lacht wieder. In der Kabine hat er einen Post-it hängen: „Onkel schaut. Kein Tor.“ Er wird ihn halten. Und Italien wird weiter flüstern, während England schon jubelt.
