Guedes: vom atlético-traum zur copa-gefahr!
Gonçalo Guedes, der portugiesische Angreifer, hat sich in den letzten Jahren zu einer echten Bedrohung für Atlético Madrid entwickelt. Doch die Geschichte zwischen ihm und dem Verein ist komplexer, als es scheint – ein Katz-und-Maus-Spiel, das fast vor einer Dekade seinen Höhepunkt hätte erreichen können.

Ein fast vergessener transfer im winter 2016
Schon im Wintertransferfenster der Saison 2015/16 stand Guedes, damals gerade 19 Jahre alt und aufstrebender Star beim Benfica Lissabon, kurz vor einem Wechsel zu Atlético. Er hatte bereits erste Eindrücke im Trikot der Benfica-Profis hinter sich und sorgte in der Jugendabteilung für Furore. Ein besonders denkwürdiges Spiel war dabei das Champions-League-Gruppenspiel gegen Atlético im Vicente Calderón. Guedes erzielte einen Treffer und überzeugte zusammen mit seinem damaligen Teamkollegen Gaitán die Verantwortlichen der Rojiblancos, ihn im Blick zu behalten.
Die Verantwortlichen waren begeistert. Gaitán wechselte kurz darauf tatsächlich zu Atlético, während Guedes noch auf der Kippe stand. Doch die Personalie Óliver Torres spielte eine entscheidende Rolle. Der junge Spanier war zu diesem Zeitpunkt ebenfalls bei Atlético, hatte zuvor eine Leihe zum FC Villarreal absolviert und war nun wieder im Kader von Trainer Diego Simeone. Seine Zukunft war ungewiss, und Guedes sollte im Falle eines Abgangs von Torres die Lücke im Angriff schließen. Jorge Mendes, der Agent von Guedes und Berater des Quality-Investmentfonds, der an einem möglichen Transfer von Torres beteiligt war, machte die Sache nicht einfacher, da alle Fäden in einem Haus zusammenliefen.
Torres entschied sich jedoch, zu bleiben, obwohl er in der Folge nicht mehr die gewünschte Rolle spielte und schließlich einen Wechsel in die Folgejahre anstrebte – eine Reise, die ihn über Porto, Sevilla und Monterrey schließlich in die MLS führte. Guedes hingegen blieb bei Benfica, bevor er im Sommer 2017 für eine Ablösesumme von 25 Millionen Euro zum Paris Saint-Germain wechselte und von dort eine Saison später an die Valencia CF ausgeliehen wurde.
Valencia wurde zu seiner neuen Heimat. Dort bestritt Guedes fünf erfolgreiche Saisons, in denen er in zwei Copa del Rey-Finals stand, einmal gegen den FC Barcelona siegreich war, einmal gegen den Betis Sevilla knapp verlor. Anschließend führte sein Weg über Wolverhampton und den FC Villarreal zurück nach Spanien, wo er nun beim Real Sociedad eine neue Herausforderung annimmt. Seine Entwicklung ist bemerkenswert.
Guedes hat sich zu einem erfahrenen und torgefährlichen Spieler entwickelt, der Atlético nun in der Copa del Rey vor eine schwere Aufgabe stellt. Die Erinnerung an die verpasste Chance von vor zehn Jahren mag bei einigen Verantwortlichen noch immer schmerzen, doch Guedes ist längst nicht mehr der junge, unbeschriebene Spieler von damals. Er ist ein gestandener Profi, der weiß, wie man große Bühnen füllt – und der nun beweisen will, dass er Atlético auch heute noch den Garaus geben kann.
