Guarino versagt an der prager axel: spaniens hoffnung zerplatzt beim eiskunstlauf-wm

Die 02 Arena in Prag war voller gelbe Minions, doch Tomás Guarino schlitterte mit einem einfachen Axel in die Bedeutungslosigkeit. 69,12 Punkte – Platz 29 – und damit raus aus der Kür, bevor der Kampf richtig begann.

Der fehler kam nach drei sekunden

Guarino hatte sich den Einstieg in den Triple Axel zehnmal vor dem Spiegel geübt, die Klinge exakt auf Innenkante geschliffen, die Arme perfekt positioniert. Dann das: zu früher Absprung, zu flacher Flug, zu harte Landung – und statt 8,5 Base Value nur noch ein magerer Single, der die Judges sofort annullierten. 8,4 Punkte weg, der Traum von der Final-24 weg. „Ich spürte die Kante nicht“, sagte er hinterher mit der Stimme eines Mannes, der gerade sein eigenes Programm versenken musste. Die restlichen sieben Elemente lief er wie ein Maschinengewehr: Triple Flip rausgehauen, Lutz-Toe-Kombi mit Hang-Time, Level-4-Pirouetten, die selbst Ilia Malinin applaudieren würde. Doch in der Sportwelt zählt nur das erste Loch im Eis.

Malinins show überstrahlt alles

Malinins show überstrahlt alles

Während Guarino die Minions-Helme einpackte, drehte der US-Boy zwei Quads, einen Triple Axel und seinen berüchtigten „Mortal Backflip“ – 111,29 Punkte, persönlicher Rekord, Weltmeisterschafts-Titel Nummer drei so gutig gebucht. Der Franzose Adam Siao Him Fa darf ihm auf den Fersen bleiben, Guarino darf Samstag nur zuschauen. Die Schere zwischen Spitze und Mittelfeld klafft inzwischen auf 42 Punkte – so viel wie ein komplettes Triple-Quad-Paket.

Die WM geht weiter, Spanien zählt wieder Null. Und Guarino? Er fliegt morgen früh zurück nach Barcelona, mit einer Lektion im Gepäck: Drehen kannst du so viel du willst – wenn die Kante nicht beißt, beißt du in Staub.