Grizzlies & jazz: ein drauf-drauf-debakel mit triple-double-wahnsinn!

Die NBA-Saison neigt sich dem Ende zu, und mit ihr die Träume vieler Teams von den Playoffs. Doch während andere um die Meisterschaft kämpfen, gibt es Teams, die sich im Abstiegskampf messen – und dabei für einige der kuriosesten Szenen der Saison sorgen. Das Aufeinandertreffen zwischen den Memphis Grizzlies und den Utah Jazz in der Nacht zu gestern war ein Paradebeispiel dafür.

Die strategie des verlierens: ein wettlauf um den schlechtesten draft-pick

Beide Teams, Memphis und Utah, hatten längst die Hoffnung aufgegeben, in die Playoffs zu kommen. Stattdessen verfolgten sie eine ungewöhnliche Strategie: den schlechtesten möglichen Tabellenplatz zu erreichen, um im anschließenden Draft einen möglichst hohen Pick zu ergattern. Brian Windhorst, ein Experte für NBA-Geschäft, fasste die Situation treffend zusammen: „Wenn Memphis dieses Spiel gewinnt, könnten sie 7 % ihrer Chancen auf einen Top-4-Pick im Draft verlieren. Utah würde sogar 10 % einbüßen.“ Ein regelrechter Wettlauf um die Niederlage also – und ein Spektakel, wie der Journalist prophezeite.

Die Personalauswahl spiegelte diese Strategie wider. Beide Teams stellten eine stark veränderte Aufstellung auf, wobei schätzungsweise die Hälfte der regulären Spieler fehlten. Es war offensichtlich, dass der Sieg hier nicht oberste Priorität hatte.

Drei triple-doubles vom ersatztrio – und ein historischer minuswert

Drei triple-doubles vom ersatztrio – und ein historischer minuswert

Das Spiel selbst war dementsprechend ungewöhnlich. Die Utah Jazz setzten sich am Ende deutlich mit 147:101 durch. Doch die reinen Zahlen erzählten nur einen Teil der Geschichte. Was das Spiel wirklich besonders machte, waren die drei Triple-Doubles, die allesamt von Spielern der zweiten Reihe, also der Bank, erzielt wurden. Bez Mbeng (27/11/11), John Konchar (11/11/10) und Jahmai Mashack (13/15/14) schrieben Basketballgeschichte.

Und dann ist da noch Jahmai Mashack. Sein Triple-Double wird in die Annalen der NBA eingehen – allerdings nicht als positive Leistung. Mit einem Plus/Minus-Wert von -46, während er auf dem Feld stand, stellte er einen neuen Negativrekord auf. Der bisherige Rekord lag bei -30. Seine Anwesenheit auf dem Spielfeld schien dem Team eher abzugewöhnt als zu helfen – ein Beweis dafür, dass auch in der NBA manchmal die Dinge anders laufen als erwartet.

Die tabellensituation und der blick nach unten

Die tabellensituation und der blick nach unten

Nach dem Spiel hat sich an der Tabellensituation kaum etwas geändert. Die Jazz sind mit 22 Siegen und 59 Niederlagen das Schlusslicht im Westen, während die Grizzlies mit drei Siegen mehr leicht besser dastehen. Doch beide Teams sind weit von den Playoff-Plätzen entfernt. Tatsächlich sind die Washington Wizards mit nur 17 Siegen aus 81 Spielen das schlechteste Team der Liga, gefolgt von den Pacers (19) und den Nets (20). Diese Teams werden im Fokus des Interesses stehen, wenn im Juni der Draft stattfindet – denn die schlechtesten Teams haben die besten Chancen auf die talentiertesten Spieler.

Die NBA-Saison mag in ihren letzten Zügen liegen, aber die Kuriositäten und Überraschungen sind noch lange nicht vorbei. Und während die Top-Teams um den Titel kämpfen, dürfen wir uns auf weitere ungewöhnliche Momente und historische Statistiken wie die von Jahmai Mashack freuen. Denn manchmal ist der Kampf um den schlechtesten Platz genauso spannend wie der um die Meisterschaft.