Grealish: von partynacht zur humanitären arbeit – ein aufholprozess?

Ein fragwürdiger Vorfall und eine anschließende bemerkenswerte Geste: Jack Grealish, der von Manchester City an den Everton ausgeliehene Spielmacher, sorgte kürzlich für Schlagzeilen – allerdings nicht auf dem Rasen. Bilder, die ihn anscheinend schlafend und in betrunkenem Zustand auf dem Dach eines Ausgehviertels zeigen, kursierten in den Medien und warfen Fragen auf.

Eine dunkle nacht, ein schneller neuanfang

Eine dunkle nacht, ein schneller neuanfang

Die Details sind brisant: Zeugen berichteten gegenüber 'The Sun', dass Grealish von Freunden geweckt werden musste und offenbar den Verstand verloren hatte. Ein solches Verhalten ist für einen Profifußballer von Grealish' Kaliber äußerst unvorteilhaft und kann seine Reputation nachhaltig schädigen. Doch der junge Engländer scheint entschlossen zu sein, diesen Imageschaden wieder gut zu machen.

Nur wenige Tage später tauchte Grealish in einer völlig anderen Rolle auf: Als Botschafter für 'Special Olympics Great Britain'. Bei einer Veranstaltung für Kinder und Erwachsene mit geistiger Behinderung zeigte er sich von seiner menschlichen Seite. „Ich lebe damit, Menschen glücklich zu machen“, erklärte er. „Ich möchte ihnen in allem helfen, wo ich kann.“ Die persönliche Verbindung zu diesem Thema ist offensichtlich: Seine kleine Schwester leidet an Zerebralparese, was seine Motivation für dieses Engagement noch verstärkt.

Die Verletzung, die ihn derzeit vom Spielfeld fernhält, scheint ihn zudem zu einer Art Selbstreflexion angeregt zu haben. „Als Fußballer ist es immer schwer, verletzt zu sein“, gestand er, ließ aber keinen Zweifel daran, dass er sich im Moment gut fühlt. Eine Zoom-Sprechstunde mit seinem Chirurgen vor zehn Wochen bestätigte die positive Entwicklung. Die Lage sei „nicht besser sein“ könnte, so der Mediziner.

Seine Leistungen bei Everton sprechen ebenfalls für sich: In 22 Spielen gelangen ihm zwei Tore und sechs Assists – eine respektable Bilanz. Besonders hervorzuheben ist der immense Rückhalt, den er von den 'Toffees' erfahren hat. „Ich kann dem Everton einfach nicht genug für die Unterstützung danken, die sie mir seit meiner Verletzung entgegengebracht haben. Sie waren fantastisch – vom Personal bis zu den Spielern, einschließlich des Trainers.“

Ob Grealish diesen Fehltritt wirklich hinter sich lassen kann und ob seine humanitäre Arbeit als reine Schadensbegrenzung oder als Ausdruck echter Überzeugung gewertet werden darf, bleibt abzuwarten. Eines ist jedoch klar: Der junge Mann versucht, die Kontrolle über seine Geschichte zurückzugewinnen – und das mit einem leidenschaftlichen Einsatz für eine gute Sache.