Gravina unter druck: ex-gymnastikstar kritisiert aussage nach wm-pleite
Rom – Der italienische Fußball steckt in der Krise. Nach dem verpassten WM-Ticket hagelte es Kritik an Verbandspräsident Gabriele Gravina, der sich in fragwürdiger Weise äußerte. Nun schaltet sich eine unerwartete Stimme ein: Gymnastikanstaltik-Legende Jury Chechi.

Chechis tochter trainiert härter als fußballstars
Chechi, der selbst zahlreiche internationale Erfolge feierte, äußerte sich in einem Interview mit der Gazzetta dello Sport empört über Gravinas Äußerungen. Er fragte rhetorisch: „Meine Tochter turnt, trainiert täglich acht Stunden – was hat sie weniger als ein Fußballspieler?“ Damit spielte er auf die wohlhabende Fußballwelt an und wies darauf hin, dass der Vergleich der beiden Sportarten irreführend sei. Die Diskrepanz zwischen den finanziellen Möglichkeiten im Fußball und der Leistung der Athleten solle nicht als Maßstab für den Wert anderer Sportarten dienen.
Der Präsident der italienischen Fußballvereinigung (FIGC) hat daraufhin eine Krisensitzung einberufen. Am heutigen Nachmittag treffen sich Gravina und die Präsidenten der Serie A, Serie B, Lega Pro, Aic und Aiac in Rom, um die Situation zu analysieren und mögliche Maßnahmen zu besprechen. Die Stimmung dürfte angespannt sein, denn der Druck auf Gravina ist enorm. Die verpasste WM-Qualifikation ist ein herber Schlag für den italienischen Fußball, und die öffentliche Kritik wächst.
Die fehlende WM-Teilnahme stellt eine Zäsur für den italienischen Fußball dar. Es ist das erste Mal seit 1958, dass die Squadra Azzurra bei einem Weltturnier fehlt. Ob Gravina die Krise überstehen wird, bleibt abzuwarten. Die Entscheidung über seine Zukunft wird vermutlich von den Ergebnissen der Krisensitzung und der öffentlichen Meinung abhängen. Die Frage ist, ob die Versprechungen, die Gravina nun abgibt, nicht nur leere Worte sind, sondern einen echten Wandel im italienischen Fußball einleiten können.
