Granada vor letztem andalusien-duell: endlich den fluch brechen

Der FC Granada ist so gut wie gerettet – doch wer glaubt, dass die Rojiblancos die Saison nur noch herunterspulen, kennt Pacheta nicht. Am Sonntag wartet in Córdoba der letzte andalusische Derby-Knaller – und der verspricht Beben.

Sieben derbys, nur ein sieg: die schmach treibt die nasriden an

Die Zahlen sind ein mahnendes Echo: drei Niederlagen, drei Remis, ein einziger Erfolg – 8:12-Tore. Besonders bitter: In Los Cármenes holte kein einziger Rivale den Sprung nach Hause. Die Fans fühlten sich verhöhnt, der Klub verlor Tabellenmeter, die Stimmung kippte. Genau das will Pacheta jetzt korrigieren. „Wir haben nichts zu verschenken“, sagte der Coach nach dem 3:0 gegen Almería – und meinte damit Córdoba.

Das Estadio Arcángel gilt als Hort schmerzhafter Erinnerungen. Letzte Saison flogen die Granadinens mit 0:5 aus dem Stadion, ein Ergebnis, das bis heute in den Rippen brennt. Die Spieler haben die Gegentore-Statistik intern aufgehängt: ein Motivationsposter, kein Schandfleck. Kapitän Víctor Díaz pflichtet bei: „Wir schulden unseren Leuten diesen Sieg.“

Auswärtsschwäche vs. sechspunktemotiv: wer tritt aus dem schatten?

Auswärtsschwäche vs. sechspunktemotiv: wer tritt aus dem schatten?

Die sportliche Lage ist ein Paradox: Granada ist praktisch sicher, Córdoba kämpft gegen den Abstiegsstrudel. Dennoch liegt der Fokus bei den roten Weißen auf der Prestige-Frage. Nach dem Almería-Erfolg spricht die Räuberromantik für sich: Erst die Angst, dann der Befreiungsschlag – jetzt soll der finale Herzschlag folgen. Denn wer die Saison mit einem Derby-Sieg beendet, schreibt sie in die Köpfe, nicht nur in die Tabelle.

Personell kann Pacheta aus dem Vollen schöpfen. Puertas kehrte rechtzeitig ins Training zurück, Myrto Uzuni tobt sich nach seinem Doppelpack gegen Almería in Selbstvertrauen. Die einzige Fragezeichen bleiben Raúl Torrente und Ricard Sánchez – beide absolvierten einen individuellen Aufbau. Doch selbst wenn einiges offen bleibt: Der Sturm um Uzuni, Boyé und Melendo hat genug Dynamit, um die Córdoba-Defensive zu sprengen.

Die Kalenderblätter fallen, die Temperaturen steigen – und mit ihnen die Erwartung. Das letzte Aufgebot der Saison könnte das erste echte Andalusier-Leckerli werden. Granada will nicht nur die Mathe perfekt machen, sondern auch die Moral. Ein Sieg wäre mehr als drei Punkte: er wäre ein Schlusspunkt mit Nachhall.