Görtler trifft per elfmeter: st.gallen zwingt thun in die knie

Lukas Görtler hält Wort. Nach seinem Drohschuss vom Wochenende nagelt der Deutsche den Ball in der 37. Minute eiskalt zum 0:1 für den FC St.Gallen in den linken Winkel. Damit schmelzen die 14 Punkte Vorsprung der Thuner auf magische elf Zähler – und das schon zur Pause.

Warum der elfmeter die meisterschaft neu aufmacht

Warum der elfmeter die meisterschaft neu aufmacht

Aliou Baldé tanzt Jan Bamert im Sechzehner aus, der Verteidiger grätscht zu spät. Schiedsrichter Urs Schnyder zückt sofort den Punkt, die Video-Assistenz bestätigt. Görtler läuft an, verzögert, schiebt flach, trifft. Die Stockhorn-Arena verstummt, nur ein paar hundert mitgereiste Ostschweizer jubeln sich die Seele aus dem Leib.

Die Szene trägt Symbolcharakter. Thun dominierte die Vorrunde, spielte sich in Position für die direkte Rückkehr zur Super League. Doch genau diese Souveränität vermissen die Berner Oberländer in den ersten 45 Minuten. Stattdessen wirken sie nervös, spielen zu viele Fehlpässe und lassen St.Gallen kommen. Die Gäste dagegen wirken wie entfesselt, pressen früher, gewinnen die Zweikämpfe – und haben durch Görtler die vielumjubelte Führung auf dem Platz.

Die Live-Tabelle lügt nicht. Mit diesem Zwischenstand würde der Vorsprung der Thuner auf den Relegationsrang schrumpfen. Die Fans wissen: Ein Punktverlust heute, ein Ausrutscher am Sonntag in Wil – und die Meisterschaft plötzlich wieder offen. Trainer Carlos Bernegger schreitet unruhig vor der Bank auf und ab, seine Anweisungen verpuffen im Getöse.

Görtler selbst wirkt nach dem Treffer erleichtert, umarmt seine Mitspieler, zeigt nach Richtung Gästeblock. Er hatte angekündigt, Thun „wehzutun“. Bisher hat er Wort gehalten. Ob er nach der Pause nachlegt, entscheidet sich in den kommenden 45 Minuten. Die Espen müssen nun antworten – sonst wird die Relegation plötzlich zum Krimi.