Gómez: vom bayern-star zum strippenzieher bei red bull
Mario Gómez, einst gefürchteter Stürmer beim FC Bayern München, hat ein neues Kapitel in seiner Karriere aufgeschlagen – und es ist weit entfernt vom Rasen. Der gebürtige Münchener, der in der Bundesliga regelmässig für Schlagzeilen sorgte, agiert nun hinter den Kulissen als technischer Berater im Red Bull-Konzern.
Ein traum, der zerplatzte: madrid winkte
Die Geschichte von Mario Gómez ist geprägt von verpassten Chancen und unerfüllten Träumen. Besonders schmerzte der Angreifer, als er 2013 nur knapp an einem Wechsel zum Real Madrid vorbeikam. Carlo Ancelotti, damals Trainer der Königlichen, hatte den Torjäger ausdrücklich gefordert. Gómez selbst soll dem italienischen Coach seinen Wunsch geäussert und seinen Berater angewiesen, lediglich eine Offerte aus Florenz zu prüfen. „Ich war geschmeichelt, weil meine ganze Familie Real-Fan ist“, gestand er später. Doch der Wechsel zu den Blancos blieb aus, und Gómez verlängerte seine Zeit in der Bundesliga.
Seine Zeit beim FC Bayern war von Höhen und Tiefen geprägt. Er war Teil des Teams, das 2013 die Champions League gewann, und erzielte zahlreiche Tore für den Rekordmeister. Doch die Konkurrenz, insbesondere durch Robert Lewandowski, machte ihm das Leben schwer. Die Zahlen sprechen für sich: Sechs Mal wurde er zum Torschützenkönig der Bundesliga gekürt, in der Saison 2010/2011 traf er sensationell 28 Mal.

Von braunschweig-pöbel bis red bull-mastermind
Seine Karriere führte ihn nach Deutschland noch zu Besiktas Istanbul und später nach Stuttgart, wo er mit einem Aufstieg in die Bundesliga einen erfolgreichen Abschluss fand. Aktuell arbeitet Gómez im Red Bull-Konzern, wo er als technischer Berater im strategischen Bereich tätig ist. Seine Aufgabe umfasst die Überwachung und Weiterentwicklung der sportlichen Philosophie und der strategischen Ausrichtung der Red Bull-Klubs weltweit – von RB Leipzig über die New York Red Bulls bis hin zu Red Bull Bragantino.
Ein amüsantes Detail aus seiner Zeit in Wolfsburg: Nach einem Sieg gegen Braunschweig sang das gegnerische Publikum ihm obszöne Lieder entgegen, auf die er mit derselben Münze antwortete. Ein Beweis dafür, dass auch ehemalige Top-Athleten noch ihren Humor bewahren können.
Das Engagement bei Red Bull ist bis 2028 vertraglich vereinbart. Gómez scheint seinen Platz im Management gefunden zu haben. Die Frage ist: Wird er als Strippenzieher im Hintergrund genauso erfolgreich sein wie einst als Torjäger auf dem Platz? Die Zeit wird es zeigen.
