Gnabry-aus reißt bayern-fans die leiche aus dem sarg – wm-traum zerplatzt
Serge Gnabry wird nicht nur das Saisonfinale verpassen. Er könnte die gesamte Sommersonne auf der Tribüne verbringen. Der Abriss der Adduktoren im rechten Oberschenkel zerreißt den Spielplan des Rekordmeisters und schickt Nationaltrainer Julian Nagelsmann auf verzweifelte Suche nach einem Ersatz für die WM.
Der FC Bayern bestätigte die Diagnose am späten Samstagabend – knapp 72 Stunden vor dem Halbfinale im DFB-Pokal. Die Zahlen sind gnadenlos: keine Einheit mehr in diesem Spieljahr, voraussichtlich vier Monate Pause, möglicherweise ein Jahr bis zur kompletten Belastbarkeit. Für Gnabry bedeutet das: Kein Titelkampf, keine Reise nach Amerika, kein Länderspiel im eigenen Land.
Effenberg spricht aus, was alle denken
„Wenn du als Sportler ‚Abriss‘ hörst, ist das nie gut“, sagte Stefan Effenberg im Doppelpass. „Extrem bitter für den Klub, die Nationalmannschaft – und für ihn persönlich, weil er sich gerade in Top-Form befand.“ Die Aussage trifft den Nagel auf den Kopf: Gnabry hatte in den letzten fünf Partien vier Torbeteiligungen geliefert, seine Schnelligkeit war wieder da, seine Dribblings scharf wie Rasierklingen.
Markus Krösche, Sportvorstand von Eintracht Frankfurt, schüttelt nur den Kopf: „Eine WM ist ein einmaliges Highlight. Man plant sein Leben darauf aus, deine Familie bucht Flüge, dein Kopf schreibt Drehbücher. Jetzt heißt es umschreiben.“

Nagelsmann verliert seinen turbo
Julian Nagelsmann hatte Gnabry als linksläufige Spitze im 4-2-3-1 eingeplant, um neben Musiala und Wirtz zusätzliche Tiefe zu erzeugen. Ohne ihn droht ein Umdenken: Leroy Sané muss auf links, rechts fehlt die Durchschlagskraft. Die Alternative Karim Adeyemi ist selbst erst von einer Muskelverletzung zurück, Julian Brandtliefert in Dortmund nur Phasen-Leistungen.
Lothar Matthäus schickt via Instagram eine emotionale Botschaft: „Kopf hoch, Serge. Du bist noch jung, deine Geschwindigkeit kommt zurück. Aber eins ist klar: Die Uhr tickt, und die Konkurrenz schläft nicht.“
Die medizinische Abteilung der Bayern arbeitet mit einer biologischen Naht und einem individuellen Muskelaufbau-Programm. Der Klub will keine Prognose über den genauen Rückkehrtermin abgeben, intern heißt es: „Wenn er im Oktober wieder sprinten kann, ist das ein Sieg.“
Für Gnabry beginnt jetzt der lange Marsch durch Reha-Räume, Aquatrainer und Frust-Fressen. Die WM in den USA, Mexiko und Kanada rückt in weite Ferne. Und Bayern muss um drei Titel zittern – ohne seinen Angreifer, der normalerweise in der Schlussphase den Turbo zündet.
