Gladbach rettet sich im nachspielzeit-drama
Ein Last-Minute-Elfmeter von Kevin Diks hat Borussia Mönchengladbach vor einer drohenden Krise bewahrt. Im Heimspiel gegen Union Berlin gelang den Fohlen ein glücklicher, aber wichtiger 1:0-Sieg, der Trainer Eugen Polanski etwas Luft verschafft.

Die entscheidung fiel spät und umstritten
Die Partie im Borussia Park bot den 52.488 Zuschauern lange Zeit wenig Spektakel. Union Berlin agierte defensiv äußerst kompakt und ließ Gladbach kaum Raum. Trotz optischer Überlegenheit hatten die Hausherren große Mühe, Torchancen zu kreieren. Frederik Rönnow im Tor der Eisernen hielt sein Team mit mehreren starken Paraden im Spiel. Besonders erwähnenswert ist die Parade gegen Haris Tabakovics Kopfball in der 18. Minute.
Die größte Chance der ersten Halbzeit vergab Diks selbst in der Nachspielzeit, als er aus kurzer Distanz scheiterte. Polanski, der den 17-jährigen Wael Mohya in der Startelf aufgeboten hatte – ein Novum für den Verein – wirkte dennoch zufrieden, zumal die Torschussstatistik mit 10:2 für seine Mannschaft sprach. Aber Zahlen lügen selten.
Nach der Pause erhöhte Union den Druck etwas, doch Gladbach blieb weiterhin die dominierende Mannschaft. Das Problem: Die spielerische Überlegenheit wurde kaum in zählbare Ergebnisse umgemünzt. Die Gladbacher versuchten es dann mit Distanzschüssen, doch auch diese brachten keine Durchbrüche.
Für Aufregung sorgte ein vermeintlicher Treffer von Diks, der jedoch vom Video-Assistenten aufgrund einer Abseitsposition von Rocco Reitz nicht anerkannt wurde. Die Entscheidung löste bei den Gladbachern Wut aus. Doch dann, in der 90.+4 Minute, der rettende Elfmeter. Ein Foul an einem Gladbacher Spieler wurde nach VAR-Überprüfung geahndet, und Diks verwandelte eiskalt zum 1:0.
Die Schlussphase war ein Nervenkrimi. Union warf alles nach vorne, aber Gladbach verteidigte den knappen Vorsprung mit Mann und Maus. Polanski, der nach der Serie von sieben sieglosen Spielen bereits in der Kritik gestanden hatte, atmete sichtlich auf.
Fakt ist: Union Berlin bleibt im gesicherten Mittelfeld, während sich Gladbach mit diesem Sieg zumindest vorerst etwas Abstand zur Abstiegszone erarbeitet hat. Ob dieser Erfolg der Auftakt zu einer positiven Entwicklung ist, wird die Zukunft zeigen. Aber eins ist klar: Ein Sieg ist ein Sieg, und der schmeckt in Gladbach aktuell besonders gut.
