Gislason blockt vertragsfragen: fokus auf dänemark-duell!

Köln – Alfred Gislason, der Bundestrainer der Handballnationalmannschaft, hat vor den entscheidenden Testspielen gegen Dänemark eine klare Linie gezogen: Gespräche über seine Zukunft bleiben vorerst unbeantwortet. Der isländische Erfolgscoach weicht Fragen zu seinem auslaufenden Vertrag beim Deutschen Handballbund (DHB) aus und konzentriert sich voll und ganz auf die anstehenden Duelle gegen den amtierenden Welt- und Europameister.

Die verhandlungen im hintergrund

Die Frage, ob Gislason nach der Heim-WM 2027 seinen Abschied nimmt oder doch noch eine Vertragsverlängerung in Betracht kommt, beschäftigt seit einiger Zeit die Handball-Fans und Experten. Der 66-Jährige selbst scheint jedoch nicht bereit, sich dazu öffentlich zu äußern. Bei einer Pressekonferenz in Köln gab er lediglich die knappe Antwort: „Es gibt keine Wasserstandsmeldungen.“ Er verwies in dieser Angelegenheit an Ingo Meckes, den DHB-Sportvorstand.

Meckes hatte bereits im März betont, dass der DHB sich bei der Entscheidung bezüglich Gislasons Zukunft nicht unter Druck setzen lassen möchte. Allerdings machte er deutlich, dass spätestens vor Beginn der Heim-WM Klarheit herrschen muss. „Wir wägen alle Möglichkeiten ab“, so Meckes, was die Spekulationen um die Nachfolge des erfahrenen Trainers weiter anheizt.

Olympia-Silber und EM-Finale: Eine erfolgreiche Ära Gislasons Amtszeit seit 2020 war trotz einiger Diskussionen insgesamt erfolgreich. Das DHB-Team gewann 2024 in Paris die Silbermedaille bei den Olympischen Spielen und erreichte im Januar 2025 ebenfalls das Finale der Europameisterschaft. Doch die zuletzt lautstarken Forderungen nach einem Trainerwechsel nach dem kommenden Großturnier lassen vermuten, dass der Druck auf Gislason steigt.

Dänemark als prüfstein

Dänemark als prüfstein

Unabhängig von den Vertragsverhandlungen steht für Gislason und sein Team zunächst die Begegnung mit Dänemark im Fokus. Am Freitag (19.30 Uhr) in Kopenhagen und am Sonntag (15.30 Uhr) in Köln treffen die beiden Handball-Giganten aufeinander. Es ist das erste Wiedersehen seit dem verlorenen EM-Endspiel zu Jahresbeginn, das die Dänen mit 34:27 für sich entscheiden konnten.

„Natürlich sind das Testspiele, aber ich weiß, dass beide Mannschaften Vollgas geben werden“, betonte Gislason. „Es werden sehr interessante Spiele, auch für mich.“ Er sieht in den Duellen gegen die Dänen eine Chance, „viel zu lernen“ und die eigene Leistung zu verbessern. „Die Dänen sind ohne Frage das Maß aller Dinge im Welthandball. Wir konzentrieren uns weiter darauf, näher dran zu kommen und besser zu werden, um die Dänen mehr zu fordern.“

Die Tatsache, dass der bislang letzte deutsche Sieg gegen Dänemark mehr als zehn Jahre zurückliegt, scheint Gislason nicht zu beunruhigen. „Wir beschäftigen uns überhaupt nicht damit. Dass wir so eine Weile nicht gegen Dänemark gewonnen haben, liegt vor allem daran, dass die Dänen richtig gut sind und reihenweise Titel einfahren“, so der DHB-Coach pragmatisch. Für ihn geht es darum, „einfach weiterzukommen und dazuzulernen, dafür gibt es keinen besseren Gegner.“

Die kommenden Testspiele werden zeigen, ob die deutsche Mannschaft in der Lage ist, die dänische Dominanz herauszufordern und Gislason den Rücken freizuhalten, um möglicherweise auch über die Heim-WM 2027 hinaus an der Seitenlinie zu stehen. Die Entscheidung liegt letztendlich beim DHB – und die Uhr tickt.