Girona schnappt sich atemverschnauft vor bernabéu-kracher

Ein Sieg, der wie Sauerstoff wirkt. Girona bezwang Villarreal 2:1 und schafft damit Luft zum Atmen vor dem nächsten Mammutprogramm. Die Mannschaft von Míchel entfernt sich auf acht Punkte von den Abstiegsrängen – und kann nun mit weniger Druck ins Santiago Bernabéu reisen.

Abel ruíz erwacht im richtigen moment

Die gute Nachricht trägt den Namen Abel Ruíz. Der spanische Angreifer, seit Sommer 2024 an der Costa Brava, lief erstmals über 78 Minuten durch – und bewies: Er kann die Lücke füllen, die Vladyslav Vanat reißt. Der ukrainische Topstürmer (neun Liga-Tore) verletzte sich nach 23 Minuten am Oberschenkel, fiel theatralisch auf den Rasen, seine Saison droht zu stocken. Für Ruíz begann damit der langersehnte Durchbruch.

„Ich habe Monate mit Schmerzen, Zweifeln und Reha verbracht“, sagte der 24-Jährige, der vom FC Barcelona nach Braga und schließlich nach Girona wechselte. „Die letzten acht Wochen habe ich mit 200 Prozent trainiert. Heute sollte mein Tag werden.“ Kein Tor, aber viel Leidenschaft: Ruíz presste früh, half hinten mit, nahm Bälle in die Tiefe mit und entzerrte die gelbe Wand des Gegners. Montilivi honorierte mit stehenden Ovationen, als er in der 89. Minute ausgewechselt wurde.

Míchel muss pläne umbauen – und hat eine lösung parat

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Die medizinische Untersuchung Vanats steht noch aus, doch der Klub geht von mehrwöchiger Pause aus. Für Trainer Míchel bedeutet das: Er verliert seinen Anspielpunkt im Sturmzentrum, gewinnt aber eine Option mit Profil. Ruíz kann als falsche Neun agieren, Dovbyk wartet auf Einsatzzeit, Stuani bietet sich als Joker an. „Wir haben Qualität und Tiefe“, sagte Míchel. „Der Sieg gibt uns Selbstvertrauen für Madrid. Wir fahren nicht als Touristen in die Hauptstadt.“

Die Zahlen sprechen für Girona: Nach fünf sieglosen Spielen endlich wieder drei Punkte, die Serie ohne Gegentor hält bei zwei Partien, und die Heimbilanz gegen Villarreal verbessert sich auf drei Unentschieden und zwei Siege in den letzten fünf Duellen. Die Defensive stand kompakt, Yeremy Pino und Co. fanden selten Lücken. Nur ein Foulelfmeter brachte die Gäste heran.

Am Sonntag wartet der Rekordmeister. Real Madrid empfängt nach dem 3:2 in Barcelona – und trifft auf ein Team, das endlich wieder durchatmen kann. Ruíz blickt nach vorne: „Was gibt es Schöneres, als gegen den großen Real zu bestehen? Wir wollen die Punkte, nicht Selfies.“ Die Rechnung ist einfach: Wer im Bernabéu etwas mitnimmt, kann den Atem noch tiefer durchschnappen. Girona ist bereit, den nächsten Schritt zu wagen.