Giro-drama in bulgarien: campylobacter-welle fegt radteam aus!
Ein Alptraum für das Lotto-Intermarché-Team und möglicherweise für das gesamte Peloton: Vor dem Start der Italienrundfahrt breitet sich eine Magen-Darm-Erkrankung aus, die ganze Fahrer außer Gefecht setzt. Was mit Kuhfladen auf nasser Strecke begann, könnte den Giro d’Italia dramatisch beeinflussen.

Die ursache des chaos: exkremente und bakterien
Die Fahrer der belgischen Mannschaft Lotto-Intermarché, darunter der Sprint-Star Arnaud De Lie, wurden am vergangenen Wochenende bei der Famenne Ardenne Classic in Belgien von einer unerwarteten Plage heimgesucht. Nasse Straßen und die unglückliche Platzierung von Kuhfladen führten dazu, dass Exkremente auf die Athleten spritzten – eine widerliche, aber offenbar gefährliche Kontamination. Die Symptome ließen nicht lange auf sich warten: Bauchkrämpfe, Durchfall, Fieber und Erbrechen quälten die Radprofis. Besonders hart getroffen wurde das Team um De Lie, bei dem drei Fahrer – Mathieu Kockelmann, Liam Slock und Milan Menten – vorübergehend ins Krankenhaus mussten.
Es ist kein Einzelfall. Auch andere Teams wie Alpecin, Flanders-Baloise und Roubaix-VanRysel sind betroffen. Maxime Bouet, französischer Profi, fasst die Lage drastisch zusammen: „Die Hälfte des Pelotons liegt flach.“ Die Wahrscheinlichkeit, dass das Bakterium Campylobacter für die Ausbrüche verantwortlich ist, wird von Experten diskutiert – ein Erreger, der weltweit häufig bakterielle Durchfallerkrankungen verursacht und oft über tierische Ausscheidungen übertragen wird.
De Lie, der als designierter Kapitän für den Giro d’Italia vorgesehen war, zeigte zunächst keine Symptome, wurde dann aber während des Flugs nach Sofia von Übelkeit überwältigt. Dort, in der bulgarischen Hauptstadt, steht am Freitag der Startschuss für die Italienrundfahrt. Für Liam Slock bedeutete die Erkrankung den vorzeitigen Rückzieher, der Brite Joshua Giddings rückt als Ersatz nach. Die Situation für Lotto-Intermarché ist angesichts nur fünf anwesender von acht nominierten Fahrern bei der Rennpräsentation am Mittwoch alles andere als rosig.
Die Frage, die sich nun stellt, ist, ob diese unerwartete Krankheitswelle den Giro d’Italia nachhaltig beeinflussen wird. Die Teams sind nun gezwungen, ihre Strategien zu überdenken und auf unerwartete Ausfälle zu reagieren. Die Anspannung im Team ist greifbar, während sie auf den Startschuss in Sofia warten. Die Kuhfladen auf den belgischen Straßen haben mehr als nur eine widerliche Geschichte hinterlassen – sie haben eine potenzielle Krise im Peloton ausgelöst.
