Giro d’italia: uci verhängt bußgelder für urin-pausen am straßenrand!
Rom – Ein ungewöhnlicher Fall sorgt für Gesprächsstoff beim Giro d’Italia: Der Radsport-Weltverband UCI hat Fahrer für das Urinieren in Flaschen am Straßenrand mit empfindlichen Strafen belegt. Was als pragmatische Notlösung bei langen Etappen gilt, wird nun als Verstoß gegen das Image des Sports gewertet – und das hat Konsequenzen.

Die neue regel: keine toilettenpausen am straßenrand
Nachdem Jonas Vingegaard (Visma-Lease a Bike) die neunte Etappe in Corno alle Scale gewonnen hatte, veröffentlichte die UCI eine klare Mitteilung: Das Urinieren in Flaschen und die darauffolgende Wegwerfen von Abfällen sind „streng verboten“. Das Kommissärsgremium sieht darin eine Schädigung des Images des Radsports und des Giro d’Italia. Die Organisatoren haben sich dazu gezwungen, diese Maßnahme zu ergreifen, nachdem sich die Beschwerden über das Hinterlassen von Urinflaschen entlang der Strecke häuften.
Lennert Van Eetvelt (Lotto Intermarché) zahlte prompt für sein Verhalten: 200 CHF Geldstrafe für „Urinieren vor Publikum während des Rennens bei km 33“. Doch er war nicht der Einzige. Auch Christopher Juul Jensen (Jayco AlUla) musste blechen – 200 CHF und 25 UCI-Punkte für das Entsorgen von Abfällen außerhalb der vorgesehenen Zonen. David de la Cruz (Pinarello Q36.5) erhielt sogar eine Strafe von 500 CHF für „unangemessenes Verhalten und Schädigung des Images des Sports“. Teamangaben deuten auf einen Vorfall mit einer Flasche während der Etappe hin, wobei die genauen Details von der Jury zurückgehalten wurden.
Die UCI-Regel 8.6 verbietet „unanständiges oder unangemessenes Verhalten“ während eines Rennens, einschließlich öffentlichem Urinieren. Verstöße ziehen Strafen von 200 bis 500 CHF nach sich. Es geht nicht nur um das Urinieren selbst, sondern auch um das unsachgemäße Entsorgen von Abfällen – Flaschen, die auf die Straße zurückspringen oder direkt auf Zuschauer geworfen werden, sind ebenso tabu wie Kleidungsstücke, die nicht ordnungsgemäß entsorgt werden. Die Athleten sind aufgefordert, ihre Abfälle in den dafür vorgesehenen Müllzonen oder an ihre Teamfahrzeuge zu übergeben.
Es ist ein Dilemma: Etappen bei Grand Tours können sechs Stunden oder länger dauern, und die Fahrer müssen enorme Mengen Wasser zu sich nehmen. Spontane Naturpausen an abgelegenen Streckenabschnitten wurden bislang toleriert, doch die UCI zieht jetzt die Reißleine. Ob diese neue Regelung tatsächlich das Image des Radsports verbessert oder lediglich eine neue Quelle für Strafen darstellt, bleibt abzuwarten. Die Frage ist, ob das Verbot praktikabel ist, angesichts der körperlichen Anforderungen und der langen Dauer der Rennen.
