Giro d'italia: nibali warnt vor vingegaard – pellizzaris fehler im blockhaus
Novi Ligure – Die Luft knistert vor Spannung im italienischen Radsport. Mit Blick auf die letzten neun Etappen des Giro d'Italia hat sich der zweimalige Sieger Vincenzo Nibali zu den Favoriten, Überraschungen und den Leistungen der jungen Talente geäußert. Seine Einschätzungen sind schärfer als viele erwarten, und werfen ein neues Licht auf den Kampf um den Gesamtsieg.
Vingegaard bleibt der favorit – aber das rennen ist noch nicht entschieden
Nibali räumt ein, dass Jonas Vingegaard weiterhin der aussichtsreichste Kandidat für den Gesamtsieg ist. „Vingegaard wird es wahrscheinlich gewinnen, aber der Giro ist noch nicht entschieden. Er ist noch offen!“, betont der ehemalige Champion. Er erwartet von dem Dänen deutlich mehr, als er bisher gezeigt hat. Die Siege in Blockhaus und Corno alle Scale waren zwar erfolgreich, doch Nibali kritisiert, dass Vingegaard nicht die nötige Härte gezeigt habe, um Felix Gall entscheidend abzuschütteln.
Ein Detail, das Nibali besonders hervorhebt, ist Vingegaards Entscheidung, Gall in Corno alle Scale nicht unter Druck zu setzen. „In der Politik des Radsports sollte man das nicht tun“, so Nibali, der sich fragt, ob dies ein Zeichen von Selbstzufriedenheit oder einer taktischen Kalkulation war.

Gall als größte gefahr – und die rolle des wetters
Felix Gall wird von Nibali als die größte Bedrohung für Vingegaard gehandelt. „Er ist in der Lage, zu überraschen“, sagt Nibali und verweist auf die bevorstehenden Bergwertungen, auf denen Gall seine Stärken ausspielen kann. Die Taktik der Teams wird dabei entscheidend sein.
Ein weiterer Faktor, den Nibali nicht unterschätzen möchte, ist das Wetter. „Das Wetter kann alles verändern“, warnt er. Die ersten Etappen des Giro haben gezeigt, wie schnell Kälte und Nässe die Athleten schwächen können. Ein grippaler Infekt kann die Ambitionen zunichtemachen, selbst für einen Top-Fahrer wie Vingegaard.

Pellizzaris fehler und seine zukunft
Besondere Aufmerksamkeit gilt Giulio Pellizzari, der trotz seiner Platzierung in der Gesamtwertung und eines kürzlichen Virus-Infekts im Fokus steht. Nibali kritisiert Pellizzaris Taktik im Blockhaus, bei der er versuchte, Schritt zu halten mit Quintana, einem reinen Bergfahrer. „Ich habe denselben Fehler 2017 gemacht“, gesteht Nibali. Er rät Pellizzari, in Zukunft mutiger zu agieren und sein Potenzial voll auszuschöpfen. „Wenn er fit ist, sollte er ein paar Überraschungen einbauen“, empfiehlt Nibali.
Die Analyse von Nibali zeichnet ein komplexes Bild des Giro d'Italia. Es ist ein Rennen voller Überraschungen, in dem die Wetterbedingungen und die taktischen Entscheidungen der Teams eine entscheidende Rolle spielen werden. Ob Vingegaard seine Favoritenrolle bestätigen kann, bleibt abzuwarten. Doch eines ist sicher: Der Giro d'Italia ist noch lange nicht entschieden.
n